Abnehmen & Kalorien • 04.02.2017

Ich habe einen Monat auf Zucker verzichtet – das ist passiert

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Ich bin jemand, der seinen Kaffee ohne Zucker trinkt. Softdrinks nehme ich sehr selten zu mir. Und mein Frühstück besteht schon lange nicht mehr aus Cornflakes. Außerdem belade ich meinen Einkaufswagen nicht vorwiegend mit Keksen, Kuchen und Schokolade – so gesehen bin ich nicht der klassische Kandidat für eine „Anti-Zucker-Kur”.

Ich kaufe großteils Nahrungsmittel, die gerade noch auf dem Feld wuchsen, im Stall standen oder im Wasser schwammen und koche so ziemlich alles selbst. Wenn es aber im Büro Schokolade gibt, greif ich gerne zu und nehm mir über den Tag verteilt immer wieder ein Stückchen. Wenn bei jemandem zuhause Kekse angeboten werden, kannst du dir sicher sein, dass ich einen Keks koste – und es meistens auch nicht bei nur einem bleibt. Auch bei Kuchen ist es unwahrscheinlich, dass ich Nein sage. Das sind meine drei Schwächen und das weiß ich auch.

Daher wollte ich sehen, wie schwer oder leicht mir ein zuckerloser Monat fallen würde. Also nahm ich die Herausforderung an.

Ruehrei mit Lachs und einem Avocadobrot.

Tag 1 – 1. Januar:

Zum Frühstück gibt es Rührei mit Avocado, Speck und Tomaten – für mich eine relativ normale Mahlzeit am Morgen. So starte ich optimal in den Tag. Gestern war allerdings Silvester und es gibt ein paar Flaschen wegzuräumen und ein Schokoladenfondue abzuwaschen. Während ich die Schokolade in die Küche trage, um sie für die nächsten 31 Tage wegzusperren, breche ich mir ein Stückchen ab und esse es, bevor ich weiß, wie mir geschieht. Ich habe das Jahr also mit Schokolade zum Frühstück gestartet und damit ist meine No-Sugar-Challenge nach unglaublichen 50 Minuten auch schon wieder vorbei… nennen wir das eben einen klassischen Fehlstart 😉 Außerdem ist morgen Montag und da lässt sich Neues doch viel besser beginnen, oder?

Tag 1, Versuch 2:

Ich bin am Vortag ein bisschen länger aufgeblieben, als ich sollte und war schon auf einen müden nächsten Tag mit wenig Willenskraft eingestellt. Es gibt ein zuckerfreies Frühstück, das aus Haferbrei mit Beeren und Leinsamen besteht. Ich koche nicht vor und bring kein Mittagessen ins Büro mit. Dafür bin ich zu müde – ich mach mir das ja wirklich einfach!
Mittags entscheide ich mich für Sushi. Während ich in der Schlange stehe, fällt mir ein, dass Sushi-Reis mit Zucker zubereitet wird. Dann eben überteuertes Sashimi. Am ersten Arbeitstag nach den Feiertagen ist im Büro viel zu tun. Normalerweise hätte ich sicher zu Süßigkeiten gegriffen, aber ich bleibe standhaft und halte mich mit Nüssen satt. Ein anderer klassischer Zeitpunkt im Alltag, an dem ich gerne Zucker tanke, ist kurz vor dem Laufen. Das gibt mir einen schnellen Energieschub – aber nicht heute. Lachs aus dem Backrohr mit grünen Bohnen und Süßkartoffelspalten mit Kurkuma ist meine dritte und letzte Mahlzeit des Tages. Tag 1 ohne Zucker ist also geschafft.

Mann schneidet frisches Gemuese auf einem Holzbrett.

Tag 2:

Schon wieder kein mitgebrachtes Mittagessen. Ich habe wohl nichts aus Tag 1 gelernt. Ich entscheide mich schnell für Makrelenfilet mit Mikrowellenreis und Erbsen aus dem Supermarkt. Das Problem: Makrele und Erbsen sind ausverkauft. Ich suche Erbsen in der Dose (dazu muss ich ganze zweimal durch den Gang mit der Schokolade!!) und lese mir die Zutatenliste durch: Erbsen, Wasser und… Zucker! Was hat Zucker in Dosenerbsen zu suchen?! Zucker wird scheinbar wirklich allen verpackten Lebensmitteln zugesetzt; nicht mal Erbsen sind davor sicher. Den grünen Bohnen scheint allerdings dieses Schicksal erspart geblieben zu sein – auf der Dose ist nur von grünen Bohnen und Wasser die Rede. Ich nehme also Forellenfilet statt Makrele und geh zurück ins Büro. So viel also zum Thema „improvisiertes Mittagessen ohne Zucker”…

Vorkochen macht alles einfacher, wenn man zuckerfrei leben möchte. Klick um zu Tweeten

Ich musste also auf die harte Tour lernen, dass Vorkochen alles viel einfacher macht, wenn man ohne Zucker leben möchte. Darum beginne ich ab sofort für den Rest des Monats mein Mittagessen sorgfältig zu planen und vorzubereiten. Ich achte auch immer darauf, dass ich ein Päckchen Nüsse dabei habe, falls ich Lust auf einen Snack bekomme. Für jemanden, der keinen Zucker isst, ergeben sich auch in der Freizeit viele herausfordernde Situationen. Ich habe herausgefunden, dass es besser ist, vor dem Ausgehen zu essen. So muss man sich eben damit abfinden, dass man später etwas ablehnen wird, woran man unter anderen Umständen nicht im Traum gedacht hätte. Es hilft mir auch, wenn ich mich mit Menschen umgebe, die mich bei der Challenge unterstützen. Zum Glück bin ich bei Runtastic von gleichgesinnten Kollegen umgeben, die mir dabei helfen, fokussiert zu bleiben. Ohne Zucker zu leben ist nicht einfach und man braucht dafür schon einiges an Willensstärke. In den letzten Jahren wurde Zucker zu einem viel diskutierten Thema, und das aus gutem Grund. Während meiner Challenge las ich auch viel darüber nach und sah mir Dokumentationen und Filme über unser Konsumverhalten an, die mir wirklich die Augen öffneten.

Gegrillter Lachs mit Linsen und Vogerlsalat.

Warum ist Zucker so böse?

Zucker ist einfach überall: 80 % aller verpackten Lebensmittel sind damit gesüßt. Er macht süchtig und richtet im Körper großen Schaden an. Er schickt dein Energielevel nicht nur wild hinauf und hinunter, sondern macht das gleiche auch mit deinen Hormonen. Mit der Zeit sorgt dieses dauernde Auf und Ab dafür, dass sie aus der Balance geraten und nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten. Wenn wir Zucker essen, setzt unsere Bauchspeicheldrüse Insulin frei, um die Organe dazu anzuregen, Glukose aus dem Blut aufzunehmen. Dieser konstante Stimulus sorgt gemeinsam mit dem hohen Insulin- und Glukosespiegel dafür, dass die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit immer weniger Insulin erzeugt, was zu einer Insulinresistenz führt – einer Vorbotin von Diabetes. Wird die Energie des Zuckers außerdem nicht schnell nach der Aufnahme verwendet, wird sie in Fett umgewandelt und im Körper gespeichert.

80 % der verpackten Lebensmittel enthalten Zucker. Klick um zu Tweeten

Zuckerfrei abnehmen

Während meiner Challenge habe ich etwa 3 kg abgenommen. Ich muss allerdings dazusagen, dass sie genau auf die alljährliche Weihnachtsvöllerei folgte, was das Ergebnis vielleicht ein bisschen verzerrt. Mein Lauftraining blieb unverändert und ich habe gegessen, was ich wollte (solange es natürlich keinen Zucker enthielt!). Nach etwa zwei Wochen bemerkte ich, dass mein Körper definierter aussah – nicht schlecht für jemanden, der es dieses Jahr noch nicht ins Fitnessstudio geschafft hatte! Deshalb fragte ich mich, welche Art von Fett es wohl sei, das ich mit meiner Zuckerkur abgenommen hatte. Gleichzeitig bemerkte ich, dass meine aktuelle Ernährung nun neben einer moderaten Menge an Kohlenhydraten und Protein ziemlich viel Fett umfasste – Nüsse, Käse und Avocados wurden zu häufigen Snacks oder gern gesehenen Zutaten meiner Mahlzeiten. So passte sich mein Organismus möglicherweise an eine fettreichere Ernährung an und ich verbrannte Fett anstelle von Zucker oder schnell zur Verfügung stehender Glukose.

Kartoffelspalten auf dem Backblech.

Ein Leben ohne Zucker: diese 5 Dinge habe ich gelernt

1. Zucker ist überall

Zucker schummelt sich wirklich überall hinein. Wenn du das nächste Mal einkaufen gehst, lies dir die Zutatenliste mancher Produkte durch. Du wirst staunen, wie viele davon völlig überraschend Zucker enthalten! Zucker hat viele Namen. Auf dem Etikett ist zwar vielleicht nichts direkt von Zucker zu lesen. Wenn aber ein Wort mit „-ose“ aufhört, bedeutet das, dass trotzdem Zucker enthalten ist. In einem „gesunden“ Frühstück, das z.B. aus einem Müsli mit Joghurt und Früchten plus einem Glas Orangensaft besteht, können sich etwa bis zu 14 Teelöffel Zucker verbergen, was sehr weit über der empfohlenen Tagesmenge von sieben Teelöffeln liegt.

2. Konzentrierter und wacher

In den ersten zwei Wochen fühlte ich mich ein bisschen benebelt. Ich schlief zwar einige Nächte sehr schlecht und arbeitete manchmal lange, aber es fühlte sich anders an, als die übliche Müdigkeit. Nach etwa zwei Wochen änderte sich das. Der Nebel war gelichtet und ich fühlte mich plötzlich konzentrierter und wacher, als das seit Langem der Fall gewesen war.

3. Mehr Energie und kein Nachmittagsloch

Seitdem ich mich vom Zucker verabschiedet habe, fühle ich mich energiegeladener. Ich brauch keinen gezuckerten Snack, der mir neue Kraft gibt. Ich fühle mich frischer. Und das gilt für den ganzen Tag: Das 15-Uhr-Loch ist verschwunden und ich brauch keinen Zucker mehr, um es zu stopfen.

4. Bessere Haut

Seit ich dem Zucker abgeschworen habe, habe ich bemerkt, dass meine T-Zone (Stirn und Nase) deutlich weniger ölig ist. Zu viel Zucker kann eben zu fettiger Haut führen. Anstatt also mit Kosmetika von außen gegen Hautprobleme zu kämpfen, ist es schlauer, sie von innen anzugehen (Zucker sorgt auch für unreine Haut und Falten!).

5. Die Liebe zum Kochen

Ich habe meine Liebe zum Kochen wiedergefunden. Eigentlich habe ich mir schon immer gern gesunde Mahlzeiten gemacht. Weil bei meiner zuckerfreien Ernährung die meisten Fertigsaucen nicht in Frage kamen (genau wie eine ganze Reihe anderer Produkte) musste ich so ziemlich alles frisch selbst zubereiten. So habe ich mich an ein paar gute alte Rezepte erinnert, an die ich schon lange nicht mehr gedacht hatte. Ich habe auch neue Rezepte gesucht und nachgekocht. Wenn du selbst kochst, weißt du schließlich genau, was drin ist.

Wie geht es jetzt weiter? Was ist, wenn jemand einen Geburtstagskuchen mit ins Büro bringt? Sicher doch. Und wenn im Restaurant Tiramisu auf der Speisekarte steht? Klare Sache. Aber werde ich gezuckerten Lebensmitteln kritischer gegenüberstehen und meinen Zuckerkonsum genauer beobachten? Ganz, ganz sicher!

Über Jonathan:

Jonathan Meadows

Jonathan ist Social Media Manager bei Runtastic. Er ist begeisterter Marathonläufer mit einer Bestzeit von 3:02 Stunden. Jonathan liest gern über neue Fitnesstrends, möchte sich ständig verbessern und nimmt ständig neue Herausforderungen an.  

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Runtastic Team

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  • Runtastic Team

    Liebe Linda! Danke für dein positives Feedback 😉 Wir wünschen dir bei deinem Experiment alles Gute! Wir würden dir auch nicht raten, komplett auf Obst zu verzichten, da es ja natürlichen Zucker enthält. Jonathan hat zum Beispiel Beeren und maximal eine Banane täglich gegessen (bei Lust auf Süßes oder vor einem Workout). Auf getrocknetes Obst hat er ganz verzichtet!

    LG, dein Runtastic Team

  • Runtastic Team

    Lieber Mario, so streng war Jonathan nicht. Er hat Beeren gegessen und maximal 1 Banane pro Tag 😉 Da Obst natürlichen Zucker enthält, ist es in Maßen auch erlaubt.

    LG, dein Runtastic Team

  • Runtastic Team

    Liebe Daniela, danke für deinen Kommentar und dein positives Feedback! Wir wünschen dir viel Glück bei deiner ganz persönlichen Challenge. Als Kohlenhydratbeilage hat Jonathan vorwiegend zu Reis und Süßkartoffeln gegriffen, auch die Notfallbanane hatte er immer dabei.

    LG, dein Runtastic Team

  • Runtastic Team

    Liebe Rosa, danke für dein positives Feedback!

  • Runtastic Team

    Ja, den gibt es tatsächlich, lieber Ralf 😉 Ausgewogenheit ist hier das Stichwort!

    LG, dein Runtastic Team

  • Runtastic Team

    Danke für deinen Kommentar, Robert!

  • Runtastic Team

    Lieber Mario, danke für deinen Kommentar! Obst sollte auf jeden Fall weiterhin ein wichtiger Bestandteil deiner Ernährung sein. Wenn du deinen Smoothie aus Obst und Gemüse zubereitest, ist das eh perfekt 😉 Auch ein Löffel Honig im Dinkelbrei schadet nicht. Es kommt auf die Menge an Zucker an, die du zu dir nimmst. Vielen Menschen fällt es einfach leichter, komplett darauf zu verzichten. Wie geht es dir damit?

    LG, dein Runtastic Team

  • Runtastic Team

    Lieber Wolfram, keine Sorge – wir leiten alle Kommentare an Jonathan weiter 😉

    Liebe Grüße

    • Wolfram Greis

      Das mag ja sein. Nichts desto trotz finde ich es eigenartig, dass jemand einen Blog-Beitrag schreibt und sich dann nicht selbst um die Reaktionen kümmert. Das widerspricht meines Erachtens dem „Blogging-Gedanken“.
      Herzliche Grüsse
      Wolfram

  • Runtastic Team

    Lieber Jakob, Jonathan hat während seines zuckerfreien Monats ausschließlich Wasser und schwarzen Kaffee getrunken. Hast du es schon einmal mit Zitronen- und Gurkenscheiben, Minzblättern oder Beeren in deinem Wasser probiert? Das peppt ganz schön auf 😉

    LG, dein Runtastic Team