Cardio • 16.01.2016 • Herwig Natmessnig

Wann trainieren? Unsere Tipps für ein effektives Training

Grundsätzlich gilt: „Jede Trainingstageszeit ist besser als gar kein Training!“ – das ist klar. Aber gibt es eigentlich die optimale Tageszeit für dein Training? Ja, die gibt es – zumindest aus physiologischer Sicht.

Deine innere Uhr
Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Studien, die darauf hinweisen, dass ein Training am späten Nachmittag bzw. frühen Abend optimal für die meisten Menschen ist. Grund dafür ist die Temperatur der Muskulatur, die zu dieser Tageszeit ihr Maximum erreicht. Dadurch werden Stoffwechselprozesse und die Energiebereitstellung beschleunigt. Einen ähnlichen Effekt erreichst du übrigens durch das Aufwärmen vor deinem Training.

Die Erklärung für dieses Phänomen ist deine innere Uhr: Diese bestimmt deinen Tages- und Nachtrhythmus und hat großen Einfluss auf deine über den Tag schwankenden Körperfunktionen, wie die Körpertemperatur, Herzfrequenz und den Stoffwechsel.

Sportlicher Mann im Kapuzenpulli sitzt am Gehweg und dehnt seine Wade

Die ideale Trainingszeit für dich
Aber ganz so einfach ist es dann leider doch nicht, die optimale Trainingszeit festzulegen. Stress, Arbeit, Ess- und Schlafverhalten beeinflussen deinen Biorhythmus genauso, wie dein psychisches Befinden. Somit sind es vor allem deine Lebensumstände und persönlichen Vorlieben, die bestimmen, welche Trainingszeit für dich optimal ist.

Um dich bei deiner Entscheidung für ein Training am Morgen, zu Mittag, oder am Abend zu unterstützen, haben wir dir die Vor- und Nachteile für die unterschiedlichen Trainingszeiten aufgelistet:

Training am Morgen
Während für manche „Morgenmuffel“ das Aufstehen jeden Tag aufs Neue eine Qual ist, sind Frühaufsteher schon direkt nach dem Öffnen der Augen bereit für große Taten. Bist du eher ein Morgenmensch, dann wird dir ein Training am Morgen viel Freude bereiten.

Vorteile:

      • Hast du am Beginn des Tages schon ein Training absolviert, gibt dir das für den restlichen Tag ein gutes Gefühl.
      • Ideal für alle Frühaufsteher.
      • Ein Training am Morgen gibt dir mehr Energie für den Tag.
      • Die Fitnessstudios sind zu dieser Tageszeit noch fast leer und du kannst dein Workout ohne unnötige Wartezeiten an den Geräten durchziehen.
      • Im Sommer trainierst du morgens bei angenehmen Temperaturen.
      • Untersuchungen haben gezeigt, dass dein Testosteronspiegel um diese Zeit am höchsten ist. Dies kann sich vor allem bei einem Krafttraining positiv auswirken.

Nachteile:

        • Deine Gelenke und Muskeln sind nach dem Aufwachen noch unbeweglich und steif. Ein ausgiebiges Aufwärmen ist wichtig, um dich richtig in Fahrt zu bringen.
        • In der Früh fühlt man sich in der Regel etwas energielos. Dein Stoffwechsel und dein Herz-Kreislauf-System müssen erst auf Touren kommen.
        • Wenn du vor der Arbeit trainieren möchtest, solltest du abends früher ins Bett gehen, um dennoch ausreichend Schlaf zu bekommen.
        • Für „Morgenmuffel“ ist ein Training am Morgen nur sehr schwer durchführbar.

Foto von einer huebschen Frau beim Workout

Training zu Mittag
Der „Lunch Run“ oder ein kurzes Workout im Fitnesscenter sind zur Mittagszeit sehr beliebt.

Vorteile:

          • Du kannst deine Mittagspause in der Arbeit für ein Training nutzen.
          • War dein Vormittag etwas stressig, kann dir ein Workout zu Mittag Energie für den restlichen Arbeitstag geben.
          • Oftmals ergibt sich die Gelegenheit gemeinsam mit Arbeitskollegen zu trainieren. Das fördert die Motivation und macht einfach mehr Spaß.

Nachteile:

            • Der Zeitfaktor ist für viele das größte Problem. Ist deine Mittagspause nicht sehr lange, dann fehlt die Zeit, um dein Training und das Mittagessen unterzubringen.
            • Bei großer Hitze im Sommer ist es nicht empfehlenswert.

Junge Person läuft in der Stadt

Training am Abend:
Am späten Nachmittag bzw. am frühen Abend läuft dein Körper auf Hochtouren.

Vorteile:

              • Die Muskeltemperatur erreicht ihren Höhepunkt und du bist dadurch leistungsfähiger.
              • Du kannst intensiver trainieren, da du danach genügend Zeit hast, dich zu regenerieren.
              • Stress von der Arbeit lässt sich hervorragend abbauen und du kannst entspannt deinen Abend genießen.
              • Im Sommer sind die Temperaturen für dein Training angenehmer.

Nachteile:

                • Oft fehlt nach einem anstrengenden Arbeitstag die Motivation.
                • Intensive Trainingseinheiten kurz vor dem Schlafengehen können dir Probleme beim Einschlafen bereiten. Dein vegetatives Nervensystem muss erst wieder zur Ruhe kommen. Darum solltest du mindestens ein bis zwei Stunden vor dem zu Bett gehen dein Training beendet haben.

Finde selbst heraus, welcher Tagesabschnitt für dich optimal ist. Am besten, du probierst an mehreren Tagen unterschiedliche Trainingszeiten aus. Dann entscheidest du dich für deine persönliche ideale Tageszeit.

Wann trainierst du am liebsten? Teil uns deine persönlichen Erfahrungen mit. Wir sind gespannt auf deinen Kommentar.

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Herwig Natmessnig

Als ehemaliger Profiathlet im Wildwasserslalom brennt Herwig für Fitness und Gesundheit. Ob beim Wettkampf oder in der Freizeit - sportlichen Herausforderungen kann er selten widerstehen. Und mit seinem Elan punktet der Sportwissenschafter auch bei Runtastic.
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  • Leon

    Bei mir ist es Abends, da ich morgens und mittags dazu schlichtweg keine Zeit habe. Und mit einer Trainingsgruppe macht das Training erstens mehr Spaß und zweitens hat man sozusagen einen verbindlichen Termin… 🙂