Cardio • 10.11.2017 • Lunden Souza

Wie entsteht Schweiß und ist mehr beim Workout immer besser?

Die meisten Menschen wissen, dass sich unser Körper durch die Schweißproduktion kühlt – ob das nun wegen eines anstrengenden Workouts oder einer extremen Stresssituation der Fall ist. Hast du aber gewusst, dass es zwei verschiedene Arten von Schweißdrüsen gibt? Zum Glück! Sonst müssten wir uns vielleicht am ganzen Körper mit Deodorant (ohne Aluminium!) einsprühen.

Two women sweating after an intense workout

Was ist Schweiß?

Fangen wir mal mit den Grundlagen an. Schweiß besteht hauptsächlich aus Wasser (H₂0) und Salz (Na+). Eine ausreichende Wasserversorgung ist wichtig, damit dein Körper überhaupt die Möglichkeit hat, sich abzukühlen. Wenn du dein Training dehydriert startest, kann dein Körper seine Klimaanlage nicht anwerfen und seine Kerntemperatur nicht richtig regulieren. Dasselbe gilt für das Auffüllen deiner Wasserspeicher nach einem intensiven Workout. Wenn du deinen Flüssigkeitsverlust nicht rasch ausgleichst – besonders, wenn du dich wirklich angestrengt hast – kann dein Körper dehydrieren und deine Körpertemperatur ansteigen (1). Vergiss nicht, Schweiß ist Wasser und Salz: Also trink genug Wasser, aber auch selbstgemachte Elektrolytgetränke oder salze deine Mahlzeiten einfach ein bisschen.

Schweiß ist nicht gleich Schweiß

In unserem Körper gibt es ekkrine und apokrine Schweißdrüsen. Die ekkrinen Drüsen sind für die Kühlung unseres Körpers zuständig, wenn seine Temperatur ansteigt. Sie befinden sich überall auf unserem Körper und liegen an der Hautoberfläche. Dort schütten sie dann den Schweiß aus, der eine kühlende Wirkung hat (2).

Apokrine Schweißdrüsen auf der anderen Seite befinden sich in deinen Achselhöhlen und in der Leistengegend – an Stellen also, die stärker behaart sind, als der Rest deines Körpers. Diese Schweißdrüsen werden auch durch eine erhöhte Körpertemperatur angeregt, hauptsächlich aber durch Stress, Angst oder Hormonschwankungen. Dieser Schweiß ist etwas trüber und vermischt sich mit den Bakterien auf der Haut. Die Folge davon: unangenehmer Körpergeruch (2).

Mehr Schweiß = mehr Anstrengung?

Wie viel du schwitzt, hängt von deinem Gewicht, Geschlecht, Fitnessniveau und Alter ab, aber auch von deinem Wohnort (dem örtlichen Klima) und sogar von deinen Genen (2). Eine übergewichtige Person schwitzt leichter, weil sie mehr Energie braucht, um eine bestimmte Aktivität auszuführen. Eine besonders fitte Person hingegen wird auch schneller zu schwitzen beginnen, als eine nicht ganz so fitte, weil der Körper schlau und schon darauf vorbereitet ist, dass er sich während des Trainings kühlen muss.

Schwitzen, aber richtig:

1. Genug trinken

Die meisten Menschen sind chronisch dehydriert! Stell sicher, dass du die empfohlenen 30 ml pro kg deines Körpergewichts jeden Tag bekommst. Wenn du mehr als eine Stunde lang trainierst, rechne bei moderater Anstrengung noch zusätzlich einen halben Liter dazu, bei großer Anstrengung einen Liter und bei extremer Anstrengung eineinhalb Liter. Außerdem solltest du Wasser trinken, auch wenn du nicht durstig bist! Dein Durstgefühl ist schon ein Hilfeschrei deines Körpers, keine erste Erinnerung. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du genug trinkst, dann lies nach und überleg, ob eines dieser neun Anzeichen für Dehydrierung nicht auch auf dich zutrifft.

2. Vor dem Workout abschminken

Wenn möglich, entferne dein Make-up oder Cremen, die du während des Tages trägst. Diese können deine Poren verstopfen und verhindern, dass sich dein Körper abkühlt. Verstopfte Poren (besonders im Gesicht) während deines Trainings können auch Unreinheiten verstärken. Wenn du vor deinem Workout kurz Zeit dafür hast, runter damit!

3. Geeignete Trainingskleidung

Deine Trainingsklamotten sollten atmungsaktiv sein: Dein Workout wird viel mehr Spaß machen, wenn du Kleidung aus feuchtigkeitsableitenden und luftdurchlässigen Materialien trägst. Finde dein perfektes Trainingsoutfit und du wirst sehen, welchen Unterschied das macht!

Schwitzt du zu viel?

Wenn du das Gefühl hast, auch außerhalb deiner Workouts und in Stresssituationen extrem stark zu schwitzen, dann geh zum Arzt. Er wird mit dir vielleicht über Hyperhidrose sprechen. Menschen mit diesem Leiden erleben ihren Schweiß im Alltag als etwas Störendes: Verschwitzte Handflächen machen es fast unmöglich, einen Türknauf zu bedienen; Schweißflecken zeichnen sich auf den Klamotten ab, auch ohne sich körperlich angestrengt zu haben (3). Dafür brauchst du dich nicht zu schämen! Du bist damit wahrlich nicht allein: Fast 5 % der Weltbevölkerung leiden daran (4).

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Lunden Souza

Lunden Souza ist zertifizierte Personal-Trainerin, Fitness-Ernährungsexpertin & Runtastic Fitness Coach. Die Kalifornierin begann ihre Karriere vor fünf Jahren als Personal-Trainerin in Orange County, California, um dann im März 2014 nach Österreich zu ziehen und im Runtastic Headquarter zu arbeiten. Sie veröffentlicht wöchentlich Fitness-, Ernährungs- und Wellnesstipps auf dem Runtastic Fitness Channel auf YouTube und inspiriert damit Runtastics auf der ganzen Welt. Sie liebt Yoga, Kochen, in der Sonne laufen und lange Radtouren mit ihren liebsten Podcasts.
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