Christkind vs. Weihnachtsmann: Wer ist fitter?

Weihnachtsmann gegen Christkind: das ist Härte. In den USA ist der Weihnachtsmann aka „Santa Claus“ der uneingeschränkte Dominator am Markt der Weihnachtsikonen. In Deutschland und Österreich hingegen leistet das Christkind noch erbitterten Widerstand gegen den Imperialismus des Weihnachtsmannes, der sich auf dem Rücken global agierender US-Marken, allen voran Coca Cola, in die Aufmerksamkeit der Menschen und in die Herzen der Kinder schleicht – oder eigentlich schleicht er ja nicht, er trampelt. Wie es in diesem Verdrängungswettkampf den anderen charismatischen Erscheinungen, die zu Weihnachten in diversen europäischen Ländern auftreten und die den Kindern den Glanz in die Augen treiben, geht, wissen wir nicht – wir vermuten aber, dass auch sie einen verzweifelten Abwehrkampf führen. Sei es die Hexe Befana in Italien, der Jul-Bock in Schweden, die Rolle der Weihnachtswichte „Julnissen“ in einigen skandinavischen Ländern, Santa Lucia in Schweden, der Sinterklaas in den Niederlanden – sie alle stehen wahrscheinlich unter Druck.

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Cartoon von Jos F. Veröffentlicht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-NC-ND). Hier geht’s zu Jos F. auf kunstnet.de.

Wer die Geschenke bringt, ist uns bei Runtastic nun eigentlich aber auch egal. Hauptsache, die Kinder bekommen welche. Viel spannender finden wir, dem Christkind und dem Weihnachtsmann mal in Sachen Fitness gegeneinader antreten zu lassen.

Vorab: ein solcher Vergleichstest ist nicht einfach. Trotz aller Bemühungen ist es uns nämlich nicht gelungen, an Ergebnisse einer aktuellen Leistungsdiagnostik der beiden Weihnachtsikonen heranzukommen. Auch ein Blick auf die Namen in der Runtastic-Community machte schnell klar: weder Weihnachtsmann, noch Christkind teilen ihre Laufleistung und ihre Herzfrequenz mit der Community.

Portrait Weihnachtsmann

Wir mussten uns also mit der allgemein bekannten Faktenlage Vorlieb nehmen und daraus unsere Schlüsse ziehen. Das bedeutet, wir gingen beim Weihnachtsmann von einem dicken, eher älteren Mann aus. Von ihm ist bekannt, dass er die weiten Strecken, die er in seinem Job erledigen muss, mit Vorliebe in einem Fahrzeug – dem Rentierschlitten – sitzend bewältigt. Sein Körperstatur legt nahe, dass er gutem Essen zugetan ist. Die rote Nase, die man auf vielen seiner Darstellungen entdeckt, rührt wahrscheinlich vom Fahren mit offenem Verdeck in eisig kalter Luft. Sie könnte aber auch ein Indiz sein, dass der rote Geselle auch gerne mal zur Flasche greift – was kein Wunder wäre in Anbetracht der langen, kalten Reisen durch die Dunkelheit. Er ist Herr über eine Spielzeugfabrik, in der Kobolde die Geschenke für die Kinder herstellen – eine klassische Managerposition also. Beachtlich ist, vor allem unter Berücksichtigung seiner Leibesfülle, dass der Weihnachtsmann bevorzugt den Weg durch den Kamin wählt. Das deutet nicht nur auf eine ganz außergewöhnliche Flexibilität und Dehnbarkeit seiner Muskeln und Sehnen hin, sondern legt auch den Schluss nahe, dass Santa Claus über ein hohes Maß an Willenskraft, Durchhaltevermögen und wahrscheinlich auch Sturheit verfügt (ansonsten hätte er schon längste einen alternativen bequemeren Weg gewählt, beispielsweise die Fenster).

Portrait Christkind

Vom Christkind ist eigentlich noch viel weniger bekannt als vom Weihnachtsmann. Sicher ist, dass es ein Kind ist. Die meisten Darstellungen lassen darauf schließen, dass es, für ein Kind seines Alters, ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat. Typisch, neben den blonden Locken, sind der Heiligenschein und die Flügel. Aus sportlich/diagnostischer Sicht lässt der Heiligenschein eigentlich keine Schlüsse zu. Anders die Flügel: sie deuten auf eine gute Kondition des Christkinds hin, da das Fliegen bei dieser Körperstatus ohne Zweifel hohe Anforderungen an Kreislauf und Muskulatur stellt. Beachtlich ist die Schnellkraft und das hohe Sprintvermögen des Christkinds. Nur diese Eigenschaften machen es möglich, dass es noch nie von einem Kind beobachtet werden konnte. Die andere Erklärung, nämlich Unsichtbarkeit, scheint mir wirklich zu weit hergeholt zu sein.

So haben wir verglichen

Aus unserer Sicht setzt sich Fitness aus mehreren Bereichen zusammen. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordinationsvermögen sind anerkannt. Für unsere Fitness Battle „Christkind vs. Weihnachtsmann“ zählen wir noch geistige Fitness und die Ernährung dazu. In jedem der sechs Segemente können sowohl das Christkind also auch der Weihnachtsmann einen Punkt erobern. Die Maximalpunktezahl ist für jeden also sechs.

1) Fitnessbereich Ausdauer

Hier gibt es keine Diskussion: der Weihnachtsmann verrichtet die Tätigkeit hauptsächlich sitzend und legt seine Wege im Wagen zurück. Das Christkind fliegt – und zwar schnell und weite Strecken.

Christkind: 1 – Weihnachtsmann: 0

 

2) Fitnessbereich Kraft

Hier sehen wir Vorteile für den Weihnachtsmann. Seine Körpergröße, das Hantieren mit dem schweren Schlitten, den er sicher hin und wieder aus Schneewehen ziehen muss, der schwere Sack, seine Leibesfülle, die sich sicher nicht nur aus Fett, sondern auch aus Muskeln zusammensetzt – all das verschafft ihm hier einen Vorteil. Der Weihnachtsmann gleicht also aus.

Christkind: 1 – Weihnachtsmann: 1

 

3) Fitnessbereich Schnelligkeit

Der Weihnachtsmann ist nicht schnell – von ihm existieren sogar Fotos. Fotos können nur gemacht werden, wenn sich jemand nicht sehr schnell bewegt. Das Christkind dagegen fliegt extrem flott, und zwar so schnell, dass es mit freiem Auge nicht mehr gesehen werden kann. Hier holt also das Christkind locker wieder einen Einpunkte-Vorsprung heraus.

Christkind: 2 – Weihnachtsmann: 1

 

4) Fitnessbereich Koordination

Ausgleich für den Weihnachtsmann! Der durch-den-Kamin-Verrenkungsartistik des alten Mannes hat das Christkind nichts entgegenzusetzen.

Christkind: 2 – Weihnachtsmann: 2

 

5) Fitnessbereich geistige Fitness

Hier wirklich objektiv zu urteilen ist schwierig. Zum einen ist der Weihnachtsmann ein Manager, der komplexe Produktionsabläufe nicht nur verwaltet, sondern sicher auch ausgedacht hat (siehe Spielzeugfabrik). Beim räumlichen Denken und beim logistischen Verständnis sind sowohl Weihnachtsmann als auch Christkind topfit, sonst wäre die perfekte Auslieferung der Geschenke in so kurzer Zeit unmöglich. Das Christkind sieht man oft in dicken Büchern blätternd – es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um keine Trivialliteratur handelt. Wir vergeben einen Punkt an beide.

Christkind: 3 – Weihnachtsmann: 3

 

6) Fitnessbereich Ernährung

Der letzte Bereich muss also entscheiden: die Ernährung. Der wird für den Weihnachtsmann zum Disaster: seine Körperfülle zeigt, dass ihm Ernährung völlig egal ist. Seine Heimat im hohen Norden ist nicht gerade für frisches Gemüse bekannt. Er ernährt sich wahrscheinlich von fettem Rentierfleisch. Und das wichtigste: der Verdacht des heimlichen Trinkens konnten wir nicht entkräften.

Ehrlicherweise konnten wir nicht herausfinden, wovon sich das Christkind ernährt. Allerdings ist eine ungesündere Lebensweise als die des Weihnachtsmannes kaum möglich.

Der Punkt geht damit an das Christkind!

Christkind: 4 – Weihnachtsmann: 3

 

Christkind schlägt Weinachtsmann knapp beim Thema Fitness

Das Ergebnis der Fitness-Battle Christkind vs. Weihnachtsmann geht denkbar knapp mit 4:3 an das Christkind. Wir, und da sind wir ganz ehrlich, vergönnen dem sympathischen Christkind den Sieg aus vollem Herzen. Zwar ist uns auch der Weihnachtsmann recht, aber seine polternde, „Ho-Ho-Ho“ brüllende Attitüde nervt uns dann ab und an doch ein bisschen. Nicht schlecht, wenn er von einem blonden Engelsgesicht ein wenig in die Schranken gewiesen wird …

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