Die FUNtastic Four Interview Blog-Serie von Runtastic

Woche 3: “Ein Jahr ist eine lange Zeit um zu gehen”

Name: Bess Prescott

Herkunft: Australien

Beruf: Weltreisende, Gelegenheitsautorin, Abenteurerin

Website: (noch) keine eigene, aber zahlreiche Geschichten auf www.elephantjournal.com

Bess

RUNTASTIC: Hallo Bess, willkommen zur „FUNTASTIC Four“ Interview Serie, wir freuen uns sehr dich bei uns zu haben. Kannst du uns zu Beginn kurz etwas über dich erzählen?
– Ich bin mit Sicherheit ein klein bisschen verrückt. Als ich meinen Job gekündigt habe um auf eigene Faust die Welt zu bereisen und meiner Yoga-Besessenheit nachzugehen, haben mich viele schief angesehen. Aber ich habe immer schon etwas unkonventionell gelebt, daher haben meine Freunde auch verstanden, dass ich gehen musste.

RUNTASTIC: Lass uns gleich mit der nächsten Frage weitermachen. Ich habe in einer deiner letzten Geschichten auf einem Reise-Blog gelesen, dass du bis 2011 als Anwältin gearbeitet hast, um dann eine abenteuerliche Reise rund um die Welt zu unternehmen. Wie ist das zustande gekommen? Wie bist du zu dem Entschluss gekommen, dein Leben dermaßen umzukrempeln?
– Ich habe mit Yoga angefangen als ich 15 war – ich war schon zuvor sehr sportbegeistert und durch ein Yoga Video meiner Mutter fand ich diesen unglaublichen Weg. eine völlige Stille in meinen Geist und meinen Körper in Einklang zu bringen. Ich machte 2011 eine Ausbildung zur Trainerin und fing kurz danach an zu unterrichten, meistens abends und am Wochenende neben meinem „richtigen Job“ – und ich war vollauf begeistert. Mit dem Unterrichten erfüllte ich mir einen großen Traum und ich erkannte, dass alles möglich ist – das Leben ist einfach zu kurz, um an einen Schreibtisch gefesselt zu sein. Und das Abenteuer liegt mir im Blut: Mein Vater ist Seemann und er lernte meine Mutter auf einer Insel kennen, als sie eine junge und sorglose Reisende war. Es ist also seit jeher mein Schicksal gewesen, eine Abenteurerin zu werden.

RUNTASTIC: Was genau bedeutet Yoga für dich?
– Alles ist Yoga. Das Wort bedeutet „Einheit“ und Yoga zu praktizieren heißt diese einmalige Einheit in unserer Welt zu erkennen und danach zu handeln: Ohne Vorurteile und mit einer vollkommenen Akzeptanz der Dinge so wie sie sind. Wenn ich also auf meiner Yoga-Matte bin  und sehe, dass es kein „Gut“ oder „Böse“ beim Yoga gibt, dann kann ich vielleicht auch lernen, dass ich damit aufhöre die Welt um mich herum zu verurteilen. Meine Matte hält mir sozusagen den Spiegel vors Gesicht und ich kann erkennen, dass alles was ich tue oder fühle eine freie Entscheidung ist.

RUNTASTIC: Um wieder auf deine Reise zurückzukommen, kannst du uns vielleicht deine denkwürdigsten Momente schildern? Was war dein Highlight der Reise?
– Mein Highlight war sicherlich der Monat, den ich freiwillig im Manjushree Vidyapith, einem unglaublichen Waisenhaus in Indien, gearbeitet habe. Ich durfte mit den wundervollsten Kindern auf der Welt arbeiten und dabei gleichzeitig einen unvergesslichen Einblick in den Buddhismus bekommen. Ich verbrachte einen ganzen Monat dort, unterrichtete die Kinder in Yoga, half Ihnen bei Ihrem Englisch, spielte Volleyball mit den Älteren und aß ihre Spezialitäten.

Es war auf jeden Fall eine lebensverändernde Erfahrung, das Leben dieser Kinder positiv zu beeinflussen und bestätigte meine Entscheidung, weiterhin Yoga zu unterrichten und nicht in meinen alten Job zurückzukehren. Ich habe dort das Geheimnis des Glücks herausgefunden, das Rabindranath Tagore so wunderschön beschrieben hat: „Ich schlief und träumte, das Leben wäre Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte und siehe, die Pflicht war Freude.“

RUNTASTIC: Was hast du in deinem konventionellen Job als Anwältin lernen können, das dir jetzt in der Nonprofit Welt hilft?
-Meine Jahre als Anwältin haben mir unschätzbare Lektionen über die Menschen und die moderne Gesellschaft erteilt. Das wichtigste, das ich gelernt habe ist, dass so viele Menschen unglücklich sind weil sie unerfüllt sind – das bedeutet, sie können nicht ihr ganzes Potential ausschöpfen und so die Welt nicht ein Stückchen verbessern. Und sie verändern nichts, weil sie Angst haben. Jeder Mensch hat etwas Einzigartiges und Unschätzbares für die Welt zu geben. Doch nur wenige von uns erkennen das und noch weniger davon haben den Mut, dies dann auch zu tun. Ich habe herausgefunden, dass wir uns vor nichts fürchten müssen – wir kommen aus dem Leben sowieso nicht lebendig raus.

RUNTASTIC: Du bist mit Sicherheit eine sehr inspirierende Person, aber was genau inspiriert dich? Was gibt dir die Kraft, das alles zu machen, was du gerade tust?
– Ich werde inspiriert von dem Verlangen danach, anderen zu helfen – ihre Körper zu heilen und ihren Seelen Frieden zu bringen, oder ihnen zumindest Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, mit denen sie stressige Situation bewältigen können. Aber auch andere Menschen inspirieren mich: Menschen, die ihre Zeit mit Leidenschaft und Sinn verbringen, ihre Träume mit vollem Einsatz verwirklichen  und das alles für etwas, das größer als sie selbst ist.

Bess

RUNTASTIC: Hat dieser Trip die Ziele in deinem Leben verändert? Hast du irgendwelche speziellen Ziele für die Zukunft?
– Diese Reise hat mir gezeigt, dass wirklich alles möglich ist: Wenn ich der Welt etwas Gutes tun möchte und ich alles dafür gebe, dann kann ich es auch schaffen. Mein momentanes Ziel ist es, Yoga Vollzeit zu unterrichten und so vielen Menschen wie möglich zu helfen.

RUNTASTIC: Was wäre heute wohl anders in deinem Leben, wenn du diese Reise nicht unternommen hättest?
– Ich würde wahrscheinlich noch immer im teuren Hosenanzug an meinem Schreibtisch sitzen und mit einem Stapel von Verträgen kämpfen – frustriert und unerfüllt, in Erwartung des Wochenendes und vom Abenteuer nur träumen…

RUNTASTIC: Wenn du unseren Usern irgendeinen Rat  geben könntest, den du im Zuge deiner Reise  rund um die Welt gelernt hast, was wäre das?
– Das Leben ist kurz. Lebe deinen Traum. Vergiss die Risiken.

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adidas Runtastic Team

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