Nutrition • 29.02.2016 • Julia Denner

8 spannende Fragen an das Superfood Avocado (Plus: Rezept!)

Geschmackvoll, cremig und vielseitig einsetzbar – das ist die grüne Vitaminbombe Avocado. Sie ist nicht nur die wichtigste Zutat für Guacamole, sondern macht sich auch im Smoothie, in Kombination mit Eiern und sogar mit Kakao gut. Im heutigen (etwas anderen 😉 ) Interview haben wir der Avocado ein paar Fragen gestellt. Wir sind sicher – die ein oder andere Antwort wird dich ganz schön überraschen. Erfahre unter anderem, warum Avocados für Läufer sogar besser sind als Bananen.

Liebe Avocado, woher kommst du?
Ursprünglich stamme ich aus Südmexiko, wo ich auf Bäumen wachse und schon von den Azteken verwendet wurde. Heute werde ich unter anderem in Chile, Peru, Kalifornien, Südafrika, Australien und Südspanien angebaut. Ich komme also ganz schön herum! (Lacht) Mittlerweile bin ich also auf der ganzen Welt zuhause und weil ich sehr wandelbar bin, gibt es mich heute in allen möglichen Variationen. Am bekanntesten bin ich wohl als Hass-Avocado, man findet mich aber auch zum Beispiel unter den Namen Gwen oder Fuerte. Weil es mich in über 400 Sorten weltweit gibt, habe ich viele Namen – aber ich bin da nicht so wählerisch. 😉 Kleine Notiz am Rande: Mein Name „Avocado” stammt von dem aztekischen Wort ahuacatl” ab, was eigentlich Hoden bedeutet. (Kichert)

Avocado in verschiedenen Variationen.

Kommen wir zu einem ernsten Thema… Wir haben gehört, du bist kein Gemüse. Hand aufs Herz: Stimmt das?
Ja, mit diesem Thema bin ich auch schon oft konfrontiert worden. (Seufzt) Leider denken viele, dass ich ein Gemüse bin… Eigentlich bin ich aber eine Frucht – genauer gesagt: eine Beere! Ich habe einen geringen Kohlenhydratanteil und außerdem den höchsten Fettgehalt aller bekannten Obst- und Gemüsesorten. Aber bitte lass mich deswegen im Supermarkt nicht links liegen.

Sprechen wir über etwas anderes. Warum bist du so gesund?
Ich habe viele überzeugende Gründe, warum du mich regelmäßig essen solltest. Ja, ich enthalte zwar viel Fett, bin aber reich an ungesättigten Fettsäuren. Diese sorgen dafür, dass dein Herz und deine Gefäße gesund bleiben. Ich versuche also, dir wirklich etwas Gutes zu tun! Besonders erwähnenswert ist meine Ölsäure, die du auch leicht verdauen kannst. Mein Proteinanteil ist, im Gegensatz zu anderem Obst- und Gemüse, auch erwähnenswert: 300 g meines herrlichen Fruchtfleisches (das entspricht etwa einer ganzen Frucht) enthalten immerhin ca. 5 g Protein. Wusstest du außerdem, dass ich fast doppelt so viel Kalium liefere als eine große Banane? Darauf bin ich besonders stolz! Und: Auch die Menge an Antioxidantien ist an mir nicht zu verachten – schließlich gelte ich ja auch als Superfood. Du kannst mich gerne täglich essen, übertreib es aber nicht mit der Menge.

Vollkornbrot mit Avocado und Ei.

Wieso? Machst du mich etwa nicht schlank und fit?!
Eines vorweg: Ich bin reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Also verhelfe ich dir auf jeden Fall zu einem gesunden und fitten Körper. Nicht zu verachten sind auch meine Fettsäuren – diese bringen deine Haare zum Glänzen. (Avocado räuspert sich.) Doch leider hat Fett 9 Kalorien pro Gramm und somit mehr als doppelt soviel wie Kohlenyhdrate und Protein… Ja, ich weiß, das ist ganz schön viel. Gerade deshalb rate ich dir, mich nur in Maßen zu genießen. Ich weiß, das ist gar nicht so einfach – ich schmecke einfach zu gut! 😉

Verrätst du mir, wie ich erkenne, wann du essreif bist?
Du kannst rasch feststellen, ob ich bereits reif zum Verspeisen bin oder du mir lieber noch etwas Schonfrist geben solltest. Wenn du möchtest, kann du mich drücken – das mag ich besonders gern! Gebe ich nach, kannst du mich zum direkten Verspeisen oder Verkochen verwenden. Ab und zu passiert es jedoch, dass mich meine Käufer in der Küche vergessen – dann bin ich zu weich und nicht mehr so genießbar. Ist meine Schale jedoch zu hart, schmecke ich nicht gut… (Seufzt) Gar nicht so einfach mit mir, oder? Hier übrigens noch ein Tipp: Kannst du meinen Stiel einfach entfernen und bin ich darunter hellbraun, bin ich bereit, verarbeitet zu werden.

Und, hast du einen Tipp für uns, wie du schneller reifst?
Aber gerne! Wenn du mich unreif – also hart – in einen braunen Papiersack steckst und auch eine Banane oder einen Apfel hinzufügst, dann reife ich schneller.

Alles klar. Und wie lagere ich dich am besten?
Wenn ich bereits essreif bin, lagere mich am besten im Gemüsefach deines Kühlschranks, bei mindestens 6 Grad: Solltest du bereits eine Hälfte von mir verwendet haben, träufle etwas Zitronensaft auf mich. Das tut mir sehr gut! Denn meine Schnittflächen verfärben sich schnell schwarz – das mag ich nicht so gerne.

Sag mir, wie kann ich dich verarbeiten?
Besonders gut kennst du mich wahrscheinlich in feuriger Guacamole. Aber hast du gewusst, dass ich extrem vielseitig einsetzbar bin? Im Salat diene ich als ideale Fettquelle, den Smoothie mache ich schön cremig, als Brotaufstrich oder in Kombination mit Eiern schmecke ich herrlich und sogar als Süßspeise kannst du mich genießen. Hättest du das gedacht? Und nicht nur das: Als Haarkur bringe ich deine Haare zum Glänzen. Zerdrücke einfach mein Fruchtfleisch mit einer Gabel, vermische es mit etwas Zitronensaft und Olivenöl zu einem Brei und trage es in deine Haarlängen auf. Lass die Maske nun 30 Minuten einwirken und spüle deine Haare dann gründlich aus. Einfach, aber effektiv, falls du mit glanzlosem Haar zu kämpfen hast.

Tolle Tipps – danke für das Interview!

Gerne! 😉

Wenn du jetzt Lust auf die grüne Frucht bekommen hast, probier doch unser Rezept für ein veganes und gesundes Schokomousse mit Avocado aus. Viel Spaß beim Nachkochen!

Avocado Schokomousse

Zutaten für 4 Portionen:

      • 3 reife Avocados
      • 6 EL rohes Kakaopulver
      • 4 EL Agavendicksaft
      • 60 ml Mandel- oder Kokosmilch
      • etwas Minze

Zubereitung:

        • Schneide die Avocados längs auf und entferne vorsichtig den Kern. Nimm das Fruchtfleisch mit einem Löffel heraus.
        • Mixe das Avocado-Fruchtfleisch zusammen mit dem Kakaopulver und dem Agavendicksaft, bis eine cremige Masse entsteht.
        • Gib langsam die Milch dazu und schmecke das Mousse ab. Sollte die Creme zu fest sein, füg noch etwas Milch hinzu. Richte dann alles in kleinen Gläschen an und garniere das Dessert mit Minze.

Unser Tipp: Das Schokomousse kann auch mit fein gehackten Nüssen, Schokostücken, Heidelbeeren oder Kokosraspeln verfeinert werden.

Na, bist du auch so ein großer Avocado-Fan? Was schätzt du besonders an der Frucht aus Südamerika und wie verwendest du sie am liebsten? Schreib uns doch einen Kommentar.

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Julia Denner

Julia ist Diätologin und gerne in der Küche kreativ. Ihre Leidenschaften: Die Welt zu bereisen, sich (im Freien) zu bewegen und neue Restaurants und Speisen auszuprobieren. Sie ist überzeugt, dass eine abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßiges, hartes Training der Schlüssel zum Erfolg sind.


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