Nutrition • 04.12.2017 • Julia Denner

Faktencheck: Wie sinnvoll sind „Cheat Days”, wenn du abnehmen willst?

Unter Fitnessliebhabern sind sie besonders beliebt: „Cheat Days“. Man hält die ganze Woche lang strikt Diät, einmal pro Woche darf man sich allerdings gönnen, was das Herz begehrt. Burger, Pizza, Eis, Schokolade, Limonade oder Alkohol… alles ist an diesem Tag erlaubt. Doch wie sinnvoll sind Cheat Days wirklich?

Eine Frau und ein Mann essen im Restaurant

Was ist der Unterschied zwischen Cheat Meals und Cheat Days?

Wie extrem du sündigst, musst du entscheiden:

  • Cheat Days: Zum Frühstück eine Pizza Quattro Formaggi, zu Mittag Eis und abends Burger mit Pommes? An einem Cheat Day darfst du essen, was immer du möchtest. Wie dieser Tag nun genau aussieht, ist individuell: Manch einer gönnt sich jede Leckerei, die ihm zwischen die Finger kommt. Es kann also gut passieren, dass man an einem Tag mehr Kalorien zu sich nimmt als in zwei „normalen” Tagen insgesamt. Andere wählen eine weniger extreme Variante und steigern ihre tägliche Kalorienzufuhr durch gesunde, kalorienreiche Lebensmittel.
  • Cheat Meals: Eine andere Möglichkeit des Sündigens sind sogenannte Cheat Meals. Hier isst man den ganzen Tag gesund, schlägt dann aber bei einer Mahlzeit des Tages so richtig zu. Hier werden normalerweise verbotene Speisen bevorzugt.

Physische Effekte von Cheat Days

Ein Punkt der für das extreme Sündigen spricht: Indem sie die Leptin-Produktion erhöhen, sollen sie deinen Stoffwechsel anregen. Das soll dazu führen, dass dein Körper nach dem Sündigen mehr Kalorien verbrennt. Leptin ist ein Proteohormon (besteht aus verbundenen Aminosäuren), das in den Fettzellen gebildet wird und Hunger und Sättigung steuert. Inwieweit Leptin sich auf das Körpergewicht auswirkt, darüber sind sich sogar Forscher nicht ganz einig. Auch gibt es Stimmen für und gegen den Effekt der Leptin-Produktion nach einem Cheat Day. Das Überessen soll den Stoffwechsel nicht mehr als 3 % bis 10 % (max. 24 Stunden) anregen.

Wenn du schon längere Zeit streng Diät hältst, kann es durchaus sein, dass deine Glykogenspeicher in der Muskulatur ziemlich erschöpft sind. Das führt dazu, dass du schneller erschöpft bist. Auch wirst du beim Workout auch weniger leisten können. Ein Cheat Meal oder ein Cheat Day füllt durch die vermehrte Kalorien- und Kohlenhydratzufuhr die Glykogenspeicher wieder auf. Das gibt dir neue Energie für ein anstrengendes Training.

Ein Mann isst ein Sandwich

Psychische Effekte von Cheat Days

Cheat Days können sowohl positive als auf negative Effekte auf die menschliche Psyche haben. Es kommt darauf an, zu welcher Sorte Mensch du gehörst: Viele Leute haben das Gefühl, dass regelmäßiges Sündigen ihnen hilft, eine strikte Diät auch wirklich durchzuhalten. So fällt der Verzicht leichter. Für andere Menschen kann sich das Überessen in die negative Richtung auswirken. Sie essen so viel, dass sie hinterher das schlechte Gewissen plagt. Oder sie können schon tagelang zuvor nur mehr an diesen besonderen Tag denken. Das ist keinesfalls gesund und kann sich früher oder später zu einer Essstörung entwickeln.

Eine Frau versucht sich zwischen Burger und Salat zu entscheiden

Soll man nun regelmäßig sündigen?

Es ist okay, wenn du dich ab und zu gehen lässt und dir einfach mal gönnst, worauf du Lust hast. Eine kleine Sünde hier und da sollte auch Platz haben, wenn du abnehmen möchtest. Wir empfehlen jedoch keinesfalls, fixe Cheat Days in die Wochenplanung mit einzubauen, an denen du alles isst, was dir zwischen die Finger kommt. Was passiert am Ende des Tages? Du hast mehrere tausend Kalorien zu dir genommen, hast ein schlechtes Gewissen, fühlst dich aufgebläht und kriegst gar noch Magenschmerzen. Essen hat auch etwas mit Genuss zu tun. Von Genuss kann beim übertriebenen Schlemmen jedoch nicht mehr die Rede sein. Da sind Cheat Meals auf jeden Fall vorzuziehen und gesünder.

Es sollte außerdem erwähnt werden, dass gerade Personen mit Diabetes Mellitus, hohem Blutdruck oder Cholesterinspiegel in solch einem Fall besonders aufpassen sollten. Schon kleine Sünden können große, negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Unser Tipp: Führ ein Ernährungstagebuch

Du hast Lust auf Eis? Dann gönn es dir auch! Das hat in jeder gesunden Ernährung Platz. Mit der Food Tracking App von Runtastic kannst du die süße Sünde ganz einfach einplanen: Trag die Eisportion, die für abends geplant ist, schon am Morgen in dein Ernährungstagebuch ein. So weißt du, wie viele Kalorien du an diesem Tag noch zur Verfügung hast, ohne dein Ziel groß zu überschreiten. Alles in Maßen lautet die Devise.

***

Julia Denner

Julia ist Diätologin und gerne in der Küche kreativ. Ihre Leidenschaften: Die Welt zu bereisen, sich (im Freien) zu bewegen und neue Restaurants und Speisen auszuprobieren. Sie ist überzeugt, dass eine abwechslungsreiche Ernährung und regelmäßiges, hartes Training der Schlüssel zum Erfolg sind.


Alle Artikel von Julia Denner anzeigen »