Nutrition • 19.12.2017 • Runtastic Team

Faktencheck >> Lassen Light-Produkte die Kilos wirklich purzeln?

Kalorienreduzierte Produkte boomen: Wurstwaren, Milch, Käse, Müsliriegel, Softdrinks, Knabbergebäck – von all diesen Nahrungsmitteln und noch vielen mehr gibt es leichte Varianten. Wir erhoffen uns durch Light-Produkte eine gesündere Ernährung und erwarten Hilfe beim Abnehmen. Begriffe wie „light“, „fettarm“ oder „Wellness“ verbinden wir automatisch mit Gesundheit und Wohlbefinden. Aber halten die „Leichtgewichte“ tatsächlich, was sie versprechen?

Abnehmen mit Light-Produkten

Wo „light“ draufsteht, ist weniger drin: Zum Beispiel weniger Fett oder weniger bis gar kein Zucker. Light-Produkte müssen mindestens 30 % weniger Kalorien haben als herkömmliche Varianten. Es gibt Unmengen an verschiedenen Bezeichnungen für die sogenannten Diät-Produkte, doch jede Bezeichnung hat eine andere Bedeutung. Hier findest du eine Erklärung für die gängigsten Benennungen:

  • Energiearm: Feste Lebensmittel (wie Wurst, Käse etc.) dürfen nicht mehr als 40 kcal/100 g, flüssige Lebensmittel (Milch, Joghurt) nicht mehr als 20 kcal/100 ml enthalten. Bei Tafelsüßen gilt ein Grenzwert von 4 kcal pro Portion, die der süßenden Wirkung von ca. einem Teelöffel Zucker entspricht.
  • Energiereduziert: Der Brennwert ist um mindestens 30 % reduziert.
  • Energiefrei: Bei festen Lebensmitteln und Flüssigkeiten nicht mehr als 4 kcal/100ml.
  • Fettarm: Bei festen Lebensmitteln weniger als 3 g Fett/100 g, bei Flüssigkeiten weniger als 1,5 g Fett/100 ml, bei teilentrahmter Milch weniger als 1,8 g Fett/100 ml.
  • Fettfrei/ohne Fett: Nicht mehr als 0,5 g Fett/100 g oder 100 ml.
  • Leicht (Light): Muss die selben Bedingungen erfüllen, wie die Angabe „reduziert“.
  • Zuckerarm: Bei festen Lebensmitteln nicht mehr als 5 g Zucker/100 g, bei Flüssigkeiten nicht mehr als 2,5 g Zucker/100 ml.
  • Zuckerfrei: Nicht mehr als 0,5 g Zucker/100 g bzw. 100 ml.
  • Ohne Zuckerzusatz: Keine zugesetzten Trauben-, Frucht-, Malz-, Milchzucker. Wenn das Lebensmittel von Natur aus Zucker enthält (z.B. Fruchtsaft), sollte am Etikett auch der Hinweis „enthält von Natur aus Zucker“ stehen.

Quelle: http://www.pfannhauser.at/forschung/E78_Recht.pdf

A woman is shopping in the supermarket

Achte auf die Nährwertkennzeichnung

Beim Kauf von Lebensmitteln solltest du immer die Nährwertkennzeichnung (Energie in kcal/100 g) im Auge behalten. Vergleich dabei den Kaloriengehalt pro 100 g verschiedener Produkte aus einer Produktgruppe. Oft enthält ein herkömmliches Produkt von Natur aus weniger Kalorien als Light-Produkte derselben Produktgruppe.

Welche Auswirkungen hat „light“ auf den Geschmack?

Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger, denn viele Aromen entfalten sich erst in Verbindung damit. Um den fehlenden Geschmack in fettarmen Produkten auszugleichen, wird deshalb meist mit Glutamat, Glycin, Chloriden, Laktaten, Hefeextrakt oder Aromen nachgeholfen. Viele dieser Stoffe können Kopfschmerzen, Durchfall, vermehrte Produktion von Harnsäure oder allergische Reaktionen zur Folge haben.

Sind solche Produkte gesundheitsschädlich?

Die Studienlage hierzu ist noch nicht sehr aussagekräftig. Es gibt allerdings einige Hinweise, dass eine erhöhte Zufuhr von Light-Produkten zu Nierenschädigung führen kann. Ein kanzerogener Effekt wurde in Untersuchungen noch nicht eindeutig bewiesen.

A bowl of yoghurt on a wooden tabke

Light-Produkte = Kalorienfalle!

Light-Produkte halten nicht, was sie versprechen! Gesünder sind sie keinesfalls, da sie zu viele Ersatzstoffe enthalten. Und was das Abnehmen betrifft: Langzeitstudien zeigen, dass sie wenig bis nichts zur Gewichtsabnahme beitragen. Wir neigen dazu, mit gutem Gewissen mehr von etwas zu essen, wenn „leicht“ draufsteht.  So haben wir am Ende oft mehr Kalorien zu uns genommen, als bei einer normalen Portion eines herkömmlichen Produkts. Es ist viel vernünftiger, die normale Produktvariante zu essen, dafür die Menge zu verringern. Lass dich nur in Ausnahmefällen von Kalorienbomben verführen. Dann aber lieber richtig!

Auch Süßstoffe sind Light-Produkte

Künstliche Süßstoffe sind eine kalorienfreie Alternative zu Zucker oder Honig. Bei der gesundheitlichen Bewertung der zugelassenen Süßstoffe werden jeweils akzeptable tägliche Aufnahmemengen (Acceptable Daily Intake, ADI) abgeleitet. Bei Verwendung der Süßstoffe in den üblichen Verzehrsmengen werden die ADI-Werte jedoch nicht oder kaum erreicht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kann man Süßstoffe zum Backen oder Nachsüßen durchaus verwenden. Zu beachten ist jedoch die Tagesmenge.

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