Aufgedeckt! 6 Ernährungsmythen auf der Spur

Ernährungsmythen

Supplemente sind für einen gesunden Lebensstil wichtig. Wer spät abends isst, nimmt zu. Und Kohlenhydrate sind sowieso der Feind. Im Internet gibt es zahlreiche Informationen zu verschiedensten Diättrends zu lesen, die sich, wenn genauer betrachtet, als ganz schön falsch herausstellen. Wir haben uns sechs dieser Ernährungsmythen einmal genauer angesehen.

6 Ernährungsmythen

Mythos #1: Kohlenhydrate machen dick

Kohlenhydrate gehören zu den drei Makronährstoffen unserer Ernährung. Sie geben dir Energie, daher sind sie gerade für Sportler*innen besonders wichtig. Ebenso liefert der Makronährstoff Ballaststoffe. Diese sorgen für eine regelmäßige Verdauung und einen gesunden Darm. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mehr als 50 % der täglichen aufgenommenen Nahrungsenergie durch Kohlenhydrate (bevorzugt ballaststoffhaltige Lebensmittel) zuzuführen.(1)

Lange herrschte das Vorurteil, dass Kohlenhydrate dick machen. Eine Low-Carb-Ernährung war demnach die beste Diät, um abzunehmen oder das Gewicht zu halten. Das stimmt nicht! Kohlenhydrate liefern genau so viel Energie wie Protein, nämlich 4 kcal pro Gramm. Fett hingegen hat mehr als das Doppelte an Kalorien (9 kcal pro g). Wähle Kohlenhydratquellen, die ballaststoffreich sind. Diese sind gesund für den Darm, halten lange satt und den Blutzuckerspiegel konstant:

  • Vollkorngetreide und -produkte
  • Obst
  • Gemüse
  • Hülsenfrüchte 

Du möchtest gesund abnehmen? Dann ist es entscheidend, dass du mehr Energie verbrauchst als du zu dir nimmst. Dabei sind alle Lebensmittel erlaubt. Die Menge macht das Gift.

Mythos #2: Nahrungsergänzungsmittel müssen sein

Dass wir Nahrungsergänzungsmittel brauchen, um gesund zu bleiben, ist ein weit verbreiteter Ernährungsmythos. Von Multivitaminkapseln über Aminosäurepräparaten bis zu Superfood-Pulver: Es gibt zahlreiche Supplemente, die in Apotheken, Drogeriemärkten und im Internet angeboten werden. Da muss man besonders vorsichtig sein. Viele Präparate wurden nicht ausreichend geprüft und sind verunreinigt. Brauchst du Nahrungsergänzungsmittel? Nein. Ernährst du dich ausgewogen, isst regelmäßig Obst und Gemüse, dann bekommt dein Körper alles, was er braucht. Natürlich gibt es Ausnahmen, zum Beispiel wenn natürliche Lebensmittel bei hohen Trainingspensum nicht ausreichen. Nahrungsergänzungsmittel im Sport können sinnvoll sein. Auch bei Schwangerschaft und Mangelerscheinungen müssen Supplemente eingenommen werden. Bevor du jedoch wahllos zu irgendwelchen Präparaten greifst, besprich dein Vorhaben mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Nährungsergänzungsmittel

Mythos #3: Detox hilft beim Entschlacken

Gleich eine Sache vorweg: Schädliche Stoffe, die sich im Körper als sogenannte „Schlacken“ ablagern, gibt es nicht. Detox, oder auch Entgiften, ist ein weiterer Diättrend, der von der Wissenschaft nicht gestützt wird. Bei einem gesunden Körper machen das Leber und Nieren ganz von alleine. Dafür sind keine teuren Saftkuren oder Ähnliches notwendig. 

Mythos #4: Eine vegane Ernährung liefert nicht alle essentiellen Aminosäuren

Proteine bestehen aus miteinander verknüpften Aminosäuren. Im Körper kommen insgesamt 20 davon vor: essentielle, bedingt essentielle und nicht essentielle. Essentielle Aminosäuren (z.B. Valin, Leucin und Isoleucin) müssen über die Nahrung zugeführt werden, da unser Körper sie nicht selbst bilden kann. 

Geschnitter Tofu

Prinzipiell sind in pflanzlichen Lebensmitteln alle essentiellen Aminosäuren enthalten, jedoch in unterschiedlicher Konzentration.(2) Darum macht es Sinn, proteinreiche vegane Lebensmittel miteinander zu kombinieren bzw. eine Vielzahl veganer Proteinquellen zu dir zu nehmen. Das können sein:

  • Soja und Sojaprodukte
  • Tempeh
  • Seitan
  • Hülsenfrüchte
  • Haferflocken
  • Quinoa
  • Nüsse
  • Samen

Mythos #5: Kaffee entwässert

Kaffee entzieht dem Körper Wasser. Warum auch sollte man zu jeder Tasse ein Glas Wasser trinken? Diese Aussage stimmt nicht so ganz. Geht es dir auch oft so, dass du nach einer Tasse Kaffee bald auf die Toilette musst? Das passiert, weil durch den Konsum des Getränks kurzfristig die Nierentätigkeit angeregt wird. Kaffee entwässert den Körper also nicht, sondern ist eher harntreibend. Zwei bis drei Tassen kannst du dir pro Tag auf jeden Fall gönnen, ganz ohne schlechtem Gewissen. Vor dem Sport genossen kann Kaffee die Leistung sogar steigern.Tasse Espresso

Mythos #6: Essen am Abend lässt dich zunehmen

Abends brauch ich die Chipspackung nur anzusehen und schon nehme ich zu.“ Diesen oder ähnliche Sätze hast du bestimmt schon einmal gehört oder vielleicht sogar selbst gesagt. Dabei ist es dem Körper völlig egal, wann du deine Mahlzeiten zu dir nimmst. Er weiß nicht, ob es jetzt 12, 18 oder 21 Uhr ist. Nimmst du zu, dann konsumierst du den ganzen Tag über mehr Kalorien als du verbrauchst, unabhängig von der Tageszeit. Es kommt also darauf an, was du isst und nicht wann du isst. Hast du am Abend vor dem Fernseher also wirklich noch Hunger, dann hör auf deinen Körper und iss etwas.

Ist jedoch zwischen deinem abendlichen Snack und dem Zubettgehen zu wenig Zeit, kann das deinen Schlaf ungünstig beeinflussen. Besonders wenn zu zuvor sehr fettig gegessen oder Alkohol getrunken hast.

Fazit:

Nicht alle Ernährungsmythen, die einem im Internet oder in Zeitschriften unterkommen, sind wahr. Anstatt auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten und viele Supplemente einzunehmen, achte lieber auf einen bunten, ausgewogenen Speiseplan. Willst du dein Gewicht gesund halten, sind eine intuitive Ernährung und regelmäßiger Sport der richtige Weg!

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Julia Denner Als Diätologin ist es Julia wichtig, ihre Mitmenschen zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu inspirieren. Sie liebt es zu kochen, ist gerne in der Natur und entspannt bei Yoga und Krafttraining. Alle Artikel von Julia Denner anzeigen »