Sport trotz Heuschnupfen: Was tun bei Pollenallergie?

Woman sneezing

von Pouria Taheri,
Head of Medical der adidas Runners und RUNBASE Berlin

Zwar lädt der Frühling zu Outdoor-Aktivitäten oder gar dem Startschuss für das Marathontraining ein, doch Allergiker haben gerade jetzt unter massiven Einschränkungen zu leiden.

Frühlingsgefühle? Keine Chance – Frühblüher und Pollen machen Betroffenen das Leben schwer. „Ein funktionierender Trainingsalltag kann für Sportler gerade dann zu einer echten Herausforderung werden”, weiß Pouria Taheri, Orthopäde und Unfallchirurg, Sportmediziner und adidas Runners Medical Coach. Der Körper stellt sich vehement gegen persönliche Ambitionen. „Schon bei Alltagsaktivitäten juckt die Nase, die Augen brennen und das Niesen nimmt kein Ende. Die Atmung wird schwerer und die allgemeine Leistungsfähigkeit nimmt ab, unter sportlicher Belastung ist es dann am schlimmsten.”

Pollen

Hier findest du 4 Tipps, wie du trotz Pollenallergie Sport treiben kannst:

1. Gib bloß nicht auf

Der Spaß am Sport bleibt schnell auf der Strecke, wenn du aufgrund einer Allergie nicht mehr in deine Laufschuhe schlüpfen kannst. Frustration und die belastenden Symptome führen dann häufig zu einer Sportpause. „Verständlich – aber genau das versuche ich als betreuender Arzt immer zu vermeiden. Stattdessen ermutige ich dazu, das nervige Problem anzugehen”, so Pouria Taheri.
Glücklicherweise gibt es hier mehrere Ansätze. Den wichtigsten und simpelsten Tipp können die meisten zunächst kaum glauben: Einfach nicht aufgeben! „Oft sind gerade zu wenig frische Luft und mangelnde Bewegung Grund für die Beschwerden”, weiß der Sportarzt. Die Möglichkeit der Adaptation, also die Anpassung des Immunsystems, muss langsam wieder aufgebaut werden.

2. Härte dein Immunsystem ab

Hast du gewusst, dass durch die regelmäßige sportliche Aktivität im Freien ein nahezu gleicher Erfolg wie bei einer medizinischen Desensibilisierung zu erreichen ist? Die „schonende Abhärtung“ führt tatsächlich zu einer Stabilisierung des Immunsystems.

Niesen

3. Setz auf erste Hilfe bei akuten Problemen

Jedoch ist bei der vorherigen erwähnten Variante eine subjektive Beurteilung der Leistungsgrenze entscheidend. Eine medikamentöse Unterstützung wie beispielsweise ein Asthmaspray sollte griffbereit sein, damit der sportliche Ehrgeiz nicht zu Problemen führt. „Bei konstanten Problemen können Allergiepräparate wie Antihistaminika vor der Trainingseinheit ratsam sein.” Solche Medikamente verhindern, dass eine Belastung in Atemnot oder schweren, allergischen Reaktionen wie Kurzatmigkeit endet. Das Verlegen der Trainingseinheiten in die Halle zum sporadischen Heranführen an die äußeren Bedingungen ist taktisch klug für einen komplikationslosen Übergang in die schonende Anpassung.

Tipp vom Experten:

Das Atmen durch die Nase während des Sports im Freien führt zu einer Anwärmung und verringert die Aufnahme von Allergenen durch die Luft.

4. Medizinische Desensibilisierung

Bei permanenten Beschwerden oder über Jahre immer wiederkehrenden, hartnäckigen Problemen sollte eine medizinische Behandlung in Erwägung gezogen werden. „Viele probieren durch eine Desensibilisierungstherapie einzugreifen. Dabei soll durch die regelmäßige Gabe von Allergenen eine Gewöhnung des Immunsystems an diese erreicht werden. Jedoch ist bei dieser Behandlung Geduld gefragt: Die Therapie zieht sich meist über ca. zwei bis drei Jahre.”

Man taking pills

Gut zu wissen:

Nicht jeder ist für diese Behandlung geeignet, da auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Substanzen bzw. mit anderen Medikamenten zu unerwünschten Reaktionen führen können. Nichtsdestotrotz muss hierbei erwähnt werden, dass die ärztliche Begleitung für Breitensportler sowie auch Leistungssportler mit beispielsweise reaktivem Asthma in diesem Prozess unabdingbar ist.

Am Ende des Tages sollten dich das nervige Niesen und die vielen, kleinen Hürden nicht davon abhalten, deine Ziele zu erreichen. Die Vorteile, die durch die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining entstehen, sind unermesslich und können deiner Gesundheit langfristig gut tun, so dass du auch im hohen Alter nicht an Lebensqualität einbüßen musst. Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, braucht es vor allem Durchhaltevermögen und kluge Entscheidungen.

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