Knieschmerzen beim Laufen: Top 7 Übungen für das Runner’s Knee (IT-Band-Syndrom)

Runner's Knee (IT-Band-Syndrom) Schmerzen

Verletzungen und Überlastungserscheinungen kommen bei Läufern häufig vor und können den Spaß am Sport schnell nehmen. Eines der häufigsten Probleme ist das sogenannte Runner’s Knee (IT-Band-Syndrom). Hier sind die besten sieben Übungen, um ihm vorzubeugen.

Was ist das Runner’s Knee (IT-Band-Syndrom) und wie entsteht es?

Dieses Läuferproblem tritt auf, wenn das ilio-tibiale Band (IT-Band), welches an der Außenseite des Oberschenkels verläuft, über dem Kniegelenk reibt. Beim Laufen beugst und streckst du dein Kniegelenk ständig. Durch eine Fehlbelastung bei einem leicht nach innen verdrehten Fuß entsteht eine Reibung. Diese kann zu Verhärtungen und Reizungen am Faserzug des IT-Bandes führen. So spürst du zuerst einen dumpfen Schmerz, der während des gesamten Laufs anhält. Mit der Zeit verwandelt sich dieser in ein Stechen, das vom Knie nach außen strahlt. So können schon einfache Dinge wie Treppensteigen oder sogar Gehen sehr schmerzhaft sein. Ein weiteres Lauftraining kann schnell unmöglich werden.

Ursachen für das IT-Band-Syndrom können nicht nur eine fehlerhafte Lauftechnik und zu stark abgenutzte Laufschuhe sein. Auch eine zu gering stützende Muskulatur im Fuß, am Knie und in der Hüfte kann zu dieser Verletzung führen. Durch das Fehlen von stabilisierenden Muskeln hast du in der Lande- und Abdruckphase beim Laufen nicht den nötigen Halt. Ein regelmäßiges, begleitendes Ausgleichstraining hilft dir, die Fehlbelastungen zu vermeiden und dem klassischen Überlastungssyndrom entgegenzuwirken.

Was soll ich machen, wenn das Runner’s Knee (IT-Band-Syndrom) auftritt?

Sollten bei dir die oben beschriebenen Schmerzen auftreten, unterbrich sofort dein Lauftraining für die nächsten zehn bis vierzehn Tage. So gönnst du deinem Körper und Knie eine Pause. Du kannst dich auf die Regeneration konzentrieren und mit einem speziellen Workout gezielt deine stützende Muskulatur aufbauen: Das Wichtigste sind dabei die Rumpf-, Hüft- und Gesäßmuskulatur. Die richtige Balance zwischen Mobilität und Stabilität ist der Schlüssel zur nötigen Entlastung deines IT-Bandes.

Das unten stehende Workout kannst und solltest du aber natürlich auch vorbeugend machen. Gezielte Übungen zwei- bis dreimal die Woche schützen bereits vor Fehl- und Überbelastungen.

7 hilfreiche Übungen, um dem IT-Band-Syndrom entgegenzuwirken

Die folgenden sieben Übungen bieten dir eine gute Kombination aus Verringerung der Muskelspannung, Verbesserung der Beweglichkeit und Spannungsaufbau der Stützmuskulatur. Diese kannst du vorbeugend oder als Regenerationsprogramm während deiner Laufpause durchführen. Danach solltest du wieder schmerzfrei mit dem Lauftraining beginnen können. Nimm dir täglich ca. 30 Minuten Zeit, um am Ausgleich dieser speziellen Schwachstellen zu arbeiten.

1. Release: Reduktion der Muskelspannung

Übung 1 – Triggern mit dem Ball

Ausgangsposition: „Hürdensitz“ in einem 90°-Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel.

Übungsdurchführung: Positioniere einen Triggerpointball oder einen Lacrosse-Ball unter der Außenkante deines Oberschenkelmuskels.

Such die Bereiche in deiner Muskulatur, die höchste Verspannung aufweisen. Erhöhe nun den Druck auf den Ball und beweg ihn langsam und sternförmig im Bereich der Verspannungen. Nach einiger Zeit sollten sich diese weniger schmerzhaft anfühlen.

Übungsdauer: ca. 60 bis 90 Sekunden je Punkt und Seite

Übung 2 – Oberschenkel Roll-out

Ausgangsposition: Seitenlage.

Übungsdurchführung: Positioniere einen Foamroller unter deiner seitlichen Oberschenkelmuskulatur und stell dein oberes Bein nach vorn auf. Roll den Muskel nun langsam in gleichmäßigem Tempo vom Knie beginnend in Richtung Hüfte entlang. Vermeide hierbei direkt über Bänder und Sehnen zu rollen, um diese nicht unnötig zu strapazieren.

Übungsdauer: ca. 60 bis 90 Sekunden je Punkt und Seite

2. Stretching: Erhöhen der Beweglichkeit

Übung 1 – Skorpion in Rückenlage

Basicversion

Ausgangsposition: Rückenlage.

Übungsdurchführung: Zieh dein rechtes Knie aus dieser Position heraus mit deiner linken Hand nach links und versuch das Knie, dort abzulegen. Dein Knie bildet hierbei einen 90°-Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel. Streck nun deinen rechten Arm weit in Richtung rechts oben und bring somit Spannung auf die Außenkante deines Oberschenkels.

Erweiterte Version

Übungsdurchführung: Streck aus der Basicversion heraus nun den Unterschenkel des rechten Beins und erhöhe somit ein weiteres Mal die Intensität der Dehnung.

Übungsdauer: ca. 60 bis 90 Sekunden je Seite

Übung 2 – Taube-Stretch

Basicversion

Ausgangsposition: Vierfüßlerstand.

Übungsdurchführung: Schieb dein rechtes Knie soweit wie möglich durch deine Arme hindurch und leg das Knie auf der Matte ab. Der Unterschenkel des rechten Beins sollte leicht geöffnet sein. Dein Fuß befindet sich in geflexter Position. Dein linkes Bein ist nach hinten ausgestreckt und deine linke Hüfte dreht leicht nach rechts ein. Richte nun deinen Oberkörper mit geradem Rücken auf und justiere deinen Körperschwerpunkt so, dass sich eine angenehme Dehnung auf der Außenkante des Oberschenkels ausbreitet.

Erweiterte Version

Übungsdurchführung: Streck aus der Basicversion deine Arme nach vorn und schieb den Oberkörper in Richtung Boden. So erhöhst du die Intensität der Dehnung.

Übungsdauer: ca. 60 bis 90 Sekunden je Punkt und Seite

3. Performance: Aufbau der Stabilität

Übung 1 – One-Leg-Squat nach vorne und zurück

Ausgangsposition: Einbeinstand.

Übungsdurchführung: Verlagere dein Gewicht auf dein rechtes Bein und streck dein linkes Bein so weit du kannst und dicht über dem Boden nach vorn aus. Geh hierbei in die Kniebeuge und versuch das Knie so stabil wie möglich zu halten. Halte diese Position kurz und drück dich wieder in die Ausgangsposition zurück. (Bild 1)

Übungsdurchführung: Schieb nun das linke Bein so weit es geht dicht über dem Boden nach hinten, halte das Knie wieder stabil und drück dich danach wieder zurück in die Ausgangsposition. (Bild 2)

Übungsdauer: ca. 3 x 10 Wiederholungen pro Seite

Übung 2 – einbeinige Bridge mit Gegendruck

Ausgangsposition: Rückenlage.

Übungsdurchführung: Stell die Füße hüftbreit auseinander auf. Roll nun dein Becken nach oben und begib dich in die sogenannte Schulterbrücke. Verlagere nun dein Gewicht auf das linke Bein und schieb dein rechtes Knie nach oben in deine gefalteten Hände. Bau hieraus einen Gegendruck zwischen Händen und Knien auf. Halte dabei deine Hüfte gestreckt und reduziere danach die Spannung. Lass die Hüfte nach unten sacken und beginn danach wieder die Spannung aufzubauen.

Übungsdauer: ca. 3 x 10 Wiederholungen pro Seite

Übung 3 – seitliche „Muschel“ mit dem Miniband

Ausgangsposition: Seitenlage.

Übungsdurchführung: Positioniere ein Miniband zwischen Knie und Oberschenkel und winkle deine Knie leicht an. Stabilisiere deinen Körper mit dem rechten Arm auf dem Boden und öffne nun deine Knie, wie eine Muschel. Zieh hierbei das Band langsam, aber kraftvoll, auseinander und versuch, Hüfte und Becken in Spannung zu halten. Lass das Band danach deine Beine zusammenziehen und beginn wieder von vorn.

Übungsdauer: ca. 3 x 10 Wiederholungen pro Seite

Sobald du ca. zehn Tage schmerzfrei bist, kannst du einen ersten lockeren Testlauf wagen. Diesen solltest du zu Beginn sehr kurz gestalten und dich mit einem entsprechenden Muskel-Warm-up vorbereiten. Die richtigen Tipps für Aufwärmübungen findest du in diesem Blogbeitrag. Den Testlauf solltest du am besten auf einem Laufband oder einer kurzen, flachen Runde machen. So kannst du jederzeit deinen Lauf abbrechen, sollte der Schmerz wieder auftreten. Wenn keine Schmerzen auftreten, kannst du deine Laufdauer täglich langsam erhöhen. Hier findest du noch einige Tipps, wie du nach einer Pause dein Lauftraining wieder aufnehmen kannst.

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Sascha Wingenfeld Sascha, Gesundheitspädagoge und aktiver Triathlet, betreut seit mehr als 10 Jahren Läufer aus verschiedenen Leistungsklassen. „Ich brenne für meinen Job und liebe das Laufen!" Alle Artikel von Sascha Wingenfeld anzeigen »

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