So können Athlet * innen die Umwelt schützen: Die 7 Leave-No-Trace-Prinzipien + Bonus-Tipps

plastic trash in the environment

Waldwege, die mit allerhand Müll bedeckt sind, Wasser, auf dem ein dicker Sonnencreme-Ölfilm schwimmt, wilde Tiere, die an Junkfood knabbern: Das sind nur ein paar Beispiele dafür, was passiert, wenn Sportler * innen die Umwelt nicht mit den sieben Leave-No-Trace©-Prinzipien schützen. Egal, ob du trainierst, weil du einen knackigen Po oder deine Ausdauer beim Laufen verbessern willst, es liegt an dir Berge und Wälder zu schützen.

In diesem Beitrag verraten wir dir, wie du die sieben Leave-No-Trace©-Prinzipien umsetzen kannst, egal auf welchem Untergrund du läufst. Damit unsere Berge und Wälder weiterhin wild und unberührt bleiben, auch wenn wir darin laufen und trainieren.

BONUS: Adidas TERREX Athlet und Ultraläufer sowie Rekordhalter des FKT auf dem Pacific Crest Trail Timothy Olson verrät am Ende dieses Beitrages seine Top-Tipps, um die Umwelt zu schützen.

Was sind die sieben Leave-No-Trace©-Prinzipien?

Die sieben Leave-No-Trace©-Prinzipien sind Handlungsanweisungen, um menschliche Einflüsse auf wilde Ökosysteme zu minimieren – vor allem Sportler * innen sollten diese wenn möglich befolgen. So kannst du als Athlet *in mithilfe dieser sieben Gebote die Umwelt schützen:

Leave-No-Trace©-Prinzip Nr. 1: Plane voraus und bereite dich vor

Egal, was den Fitnesslevel ist, wenn du in der freien Natur laufen oder trainieren willst, ist es immer ratsam, im Voraus zu planen und angemessen vorbereitet zu sein. Das ist sowohl für deine eigene Sicherheit als auch für den Schutz der Umwelt wichtig. So setzt du dieses Leave No Trace© -Prinzip um:

  • Plan deine Route im Voraus und achte dabei darauf, dass sie auf gesicherten Pfaden verläuft.
  • Kontrolliere den Wetterbericht und pack die richtige Ausrüstung ein.
  • Achte darauf, dass du den Anforderungen der Route gewachsen bist (überschätz deine Fähigkeiten nicht).
  • Beachte bei deiner Planung natürliche Phänomene wie Gewitterwahrscheinlichkeit, Blitze, Waldbrände etc.

Merke:

Wenn du an der Planung scheiterst, planst du zu scheitern.

Leave-No-Trace©-Prinzip Nr. 2: Wandere und nächtige auf festem Untergrund

Wenn wir uns in die Natur begeben, hat das Auswirkungen auf wilde Ökosysteme. Mithilfe dieses Gebots kannst du diese Auswirkungen minimieren, aber nicht ganz eliminieren. So setzt du dieses Prinzip um:

  • Lauf, gehe oder wandere wenn möglich auf gesicherten Pfaden.
  • Vermeide laute Geräusche, die für andere Menschen und Tiere störend sein könnten.
  • Wenn du dich abseits gesicherter Pfade bewegst, solltest du festeren Untergrund wie Fels, Kies oder Sand bevorzugen und weniger festen Untergrund wie Feuchtwiesen, empfindliche Vegetation, lebenden Boden oder Schlammlöcher meiden.

Leave-No-Trace©-Prinzip Nr. 3: Entsorge deinen Müll

Dieses Gebot ist vielleicht für Athlet * innen am schwersten einzuhalten. Wenn du über lange Zeiträume (bis hin zu Wochen oder sogar Monaten) in der Natur unterwegs bist, musst du irgendwann auch draußen auch auf die Toilette. – Vor allem wenn du dich ballaststoffreich ernährst und ausreichend trinkst. Dieses Gebot bezieht sich aber auch auf den Müll, den wir Menschen allzu oft in die Natur tragen. So können Athlet * innen ihren Müll angemessen entsorgen:

  • Wenn weit und breit keine Toilette zur Verfügung steht, solltest du Kot vergraben. Allerdings nicht in der Nähe von Flüssen, Canyons oder anderer sensibler Gebiete. Zunehmend werden menschliche Ausscheidungen auch wieder eingepackt, um sie in der Stadt fachgerecht zu entsorgen. Das dient langfristig der Nachhaltigkeit wilder Gebiete.
  • Löcher für das Entsorgen menschlichen Kots sollten 60 Meter (etwa 70 Schritte) von Wasserquellen, Pfaden oder Lagern entfernt sein. Sie sollten 20 cm tief sein und einen 15-cm-Durchmesser haben. Bedecke das Loch nach dem Auffüllen mit natürlichen Materialien.
  • Toilettenpapier und Feuchttücher solltest du wieder mitnehmen. Toilettenpapier nie verbrennen.
  • Tampons solltest du wieder mitnehmen, da sie sich nicht zersetzen.
  • Uriniere auf festem Untergrund (siehe oben).
  • Pack alle Abfälle – auch Essensreste, Kerngehäuse, Obstschalen etc. – wieder ein und nimm sie wieder mit.
  • Wasch dich nicht in unmittelbarer Nähe von Wasserquellen. Lotionen, Cremes, Insekten- oder Sonnenschutz sowie Körperöle können Wasserquellen verunreinigen!

Laut einer vor Kurzem veröffentlichten Umfrage des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) zu Abfall in den Bergen gaben Befragte an, genügend Abfälle gesichtet zu haben, um mehrere Taschen eines Rucksackes zu füllen.

Was für Abfälle genau? Hier die Resultate der Umfrage:

Arten von Müll

Leave-No-Trace©-Prinzip Nr. 4: Nimm nichts mit

Menschen genießen unberührte Orte, weil sie schön und beeindruckend sind. Da kann es schon mal verlockend sein, eine kleine Erinnerung als Souvenir mitzunehmen – sei es ein Stein, etwas Sand oder ein paar Muscheln. Doch das solltest du nicht tun. Hinterlasse einen Ort genau so, wie du ihn vorgefunden hast:

  • Ritz nicht in Baumrinden und fälle oder schneide weder Bäume noch andere Pflanzen ab.
  • Nimm nichts mit, was du nicht selbst mitgebracht hast, weder Pflanzen, Steine noch andere Objekte.
  • Wasch deine Schuhe, bevor du dich in ein neues Ökosystem begibst, damit du keine invasiven oder fremde Organismen einschleppst.

Leave-No-Trace©-Prinzip Nr. 5: Halte Lagerfeuer in Schach

Lagerfeuerromantik war gestern, denn offene Feuer in der freien Natur können schädlich und gefährlich sein. Zünde ein Lagerfeuer also nur dann an, wenn du dir sicher bist, dass es keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat. Lagerfeuer dürfen nur in den dafür vorgesehen Feuerstellen entfacht werden.

Leave-No-Trace©-Prinzip Nr. 6: Respektiere Tiere

Wilde Tiere sind ein schöner Anblick, sollten aber nicht gestört werden. Du solltest sie weder füttern noch ihnen hinterherjagen – egal, wie süß oder niedlich sie sind. Lagere dein Proviant sicher (vor allem in Gebieten, wo Bären leben). Halte dich nachts von Wasserstellen fern. Du bist in der Natur zu Gast. Behandle sie mit Respekt.

Leave-No-Trace©-Prinzip Nr. 7: Achte auf andere Reisende

Sei auch als Athlet * in ein Vorbild was Umweltschutz angeht: Gib weder Menschen, Tieren noch der Natur Gründe, um Sportler + innen, die in der freien Natur trainieren missbilligend zu beäugen. Hier ein paar Beispiele für ein positives und korrektes Verhalten beim Training in der wilden Natur:

  • Lass auf dem Trail genügend Platz für andere, vor allem Pferde. Gewöhnlich hat man, wenn man bergab geht die „Vorfahrt“. Mountainbiker sollten nicht zu schnell unterwegs sein und bereits aus einiger Entfernung auf sich aufmerksam machen. Läufer sollten Wanderern Platz machen.
  • Spiel Musik nicht zu laut ab. Laute Musik ist vielleicht am Camping- oder Lagerplatz innerhalb bestimmter Uhrzeiten okay, aber es ist ansonsten in der freien Natur nicht angebracht. Trage Kopfhörer, aber achte dabei darauf, dass du immer noch deine Mitmenschen und Umgebungsgeräusche hören kannst.
  • Du läufst mit deinem Hund? Stell sicher, dass er unter Kontrolle ist, halte dich an die Leinenpflicht und sammle seinen Abfall ein.

Leave-No-Trace©-Tipps von Ultraläufer & Pacific-Crest-Trail-FKT-Rekordhalter Timothy Olson

Indem du die sieben Leave-No-Trace©-Prinzipien und Timothys Tipps befolgst, trägst du dazu bei, dass auch zukünftige Generationen die wilde Schönheit der Natur genießen können.

© 1999, Leave No Trace Center for Outdoor Ethics: www.LNT.org.

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