Piercing & Tattoo – Körperschmuck als sportliches Hindernis?

von Jasmin Schmitt:

Im Sport steht die Sicherheit an erster Stelle. Schmuck muss entfernt werden, da er sich in Kleidung oder Sportgeräten verfangen und zu Verletzungen führen kann. Ein Tattoo ist beim Sport vollkommen unproblematisch, da es unter der Haut liegt und somit höchstens Solariumlicht nicht direkt ausgesetzt werden darf. Piercings dagegen bergen ein Verletzungsrisiko und sollten beim Sport entfernt werden.

piercings im sport

Piercings beim Sport

Genau wie langer, hängender Ohrschmuck kann ein sich Piercing an jeder anderen Stelle des Körpers in der Sportkleidung, den Haaren oder an einem Sportgerät verhaken. Je nach Sitz des Schmucks kann es bereits bei Verrenkungen drücken oder kneifen, was nicht nur im ersten Moment unangenehm ist, sondern ebenfalls ein kleines Verletzungsrisiko birgt. Der Stichkanal könnte dabei leicht eingerissen werden, was schlimmstenfalls eine Infektion nach sich zieht – selbst dann, wenn das Piercing nicht erst gestern gestochen wurde. Um das zu verhindern, sollten deswegen alle Piercings beim Sport entfernt werden, auch wenn die Körperpartie nicht im Fokus der Bewegung steht. So wird auch das Tragen von Sportkopfhörern möglich, was bei Varianten wie dem Tragus-Piercing ansonsten problematisch werden könnte.

Abkleben – sicher oder nicht?

Ein Oberflächenpiercing kann man auch abkleben, um zu verhindern, dass es hängen bleibt. Doch ist das wirklich sicher? Nicht an jeder Stelle tut es ein Stück Klebeband. Ohrringe kann man bedenkenlos abkleben, wenn es sich um Stecker handelt, bei Piercings kommt es auf die Stelle am Körper an. Das Abkleben schafft nur eine glatte Oberfläche und verhindert, dass sich kleine Teile des Schmuckstücks verheddern können, es schützt jedoch nicht den Stichkanal und verhindert auch nicht, dass dieser bei bestimmten Bewegungen gedehnt oder gestreckt wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Schmuck lieber vollständig entfernen und die Gelegenheit zur Reinigung des Schmucks und des Stichkanals nutzen.

Was tun bei frischen Piercings?

Manche Piercings erfordern eine mehrwöchige Pause vom Sport. Bauchnabelpiercings beispielsweise sitzen so zentral am Körper, dass kaum ein Sport kein Risiko darstellen würde.

Deswegen sollte man den Zeitpunkt für ein solches Piercing so planen, dass es zum Sportprogramm passt, denn entfernen kann und sollte man ein frisch gestochenes Piercing erst einmal eine Weile nicht. Schüler beispielsweise lassen sich Piercings gern kurz vor den Sommerferien stechen, da diese Zeitspanne meistens ausreicht, um es das erste Mal herauszunehmen und danach risikofrei Sport treiben zu können.

Ein Piercing ist während der Verheilungsphase eine offene Wunde und somit ein Angriffspunkt für Viren und Bakterien. Entzündungen, die durch schmutzige Finger oder Schwitzen entstehen, können im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen.

Auch im Schwimmsport verlangt ein frisch gestochenes Piercing, egal an welcher Körperstelle, nach einer Zwangspause. Bis zu sechs Wochen nach dem Eingriff kann der Kontakt mit Chlorwasser zu Entzündungen führen.

Skitouren müssen auch für einige Zeit aufgeschoben werden, da es mit Piercing zu Einfrierungen kommen kann. Um ein Zuwachsen zu verhindern, ist auch hier eine Pause von einigen Wochen nötig, um dann zum Skifahren das Piercing vorsichtshalber zu entfernen.

körperschmuck im sport

Sport und Tattoos

Tattoos stellen für den Sport kein Problem dar. Sie können sich nirgends verheddern und sollten lediglich nicht mit direktem Licht im Solarium angestrahlt werden – was viele Sportler gerne tun, um ihrem Körper den letzten Schliff zu verleihen. Sofort nach der Aufbringung eines neuen Tattoos sollte man der Haut jedoch einige Tage Ruhe gönnen und in dieser Zeit keine Streckübungen machen, die die betroffene Stelle beanspruchen, da die Haut erst ein wenig abheilen muss. Dies entspricht ungefähr der Dauer, bis die Folie entfernt wurde. Bei Extremsportarten, wie Boxen oder Spinning, ist es ratsam, etwas länger die Füße still zu halten. Wenn man sicher gehen will, dann am besten den Tätowierer nach seiner Meinung fragen. Angst, dass nach dem Stechtermin die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt oder das Immunsystem geschwächt sein könnte, muss der Sportler aber nicht haben.

Wie man sieht, ist das Stechen eines Piercings und eines Tattoos immer auch mit Risiken verbunden, die man auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen sollte. Es erfordert auch in den meisten Fällen eine mindestens einwöchige Schonfrist, in der man auf sein sportliches Hobby verzichten muss. Eine gewissenhafte Nachsorge ist unbedingt einzuhalten, um eine reibungslose Heilung zu gewährleisten.

Ist man sich nicht hundertprozentig sicher, ob man den Schritt wagen soll, kann ein Fake-Piercing eine risikofreie Alternative darstellen.

Über Jasmin:

körperschmuck im sport

 

Jasmin ist für das Unternehmen piercingline.com im Online-Marketing tätig. Redaktionelle Tätigkeiten, Social-Media- und Marketingstrategien mit Fotografen und Bloggern gehören zu ihren Themengebieten. Piercingline.com ist seit 1995 ein etablierter Großhandel für Piercing- und Edelstahlschmuck.

 

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