So hilft dir deine Waage beim Abnehmen

Bildausschnitt von Füßen auf einer Waage.

Klebe dein Idealgewicht auf das Display deiner Waage. Wenn du dann fragst, ob du dich heute gut fühlen darfst, wird die Waage immer mit „Ja, natürlich“ antworten.

Geneen Roth

Die Anzeige der Waage beeinflusst unser seelisches und emotionales Wohlbefinden – oft nicht unbedingt zum Besseren. Trotzdem können wir uns nicht von ihr trennen. Täglich wagen wir den Schritt auf die Waage und warten, bis die Zahl erscheint, die dann darüber entscheidet, ob wir uns den restlichen Tag gut oder weniger gut fühlen werden. Ein paar Ziffern, die jeden Morgen beeinflussen, wie es uns geht.

Die Autorin Geneen Roth berichtet in einem ihrer Bücher über das Phänomen Frauen und Waagen: Eine ihrer Freundinnen ist schlank. Sie arbeitet in einer Arztpraxis, wo sie sich gelegentlich auf die Waage stellt. Eines Tages wog sie zwei Kilo weniger als beim letzten Wiegen. Sie war sehr erfreut darüber, und in ihrer Mittagspause bewunderte sie ihr Spiegelbild in den Schaufenstern, kaufte sich ein neues Kleid und belohnte sich mit einem kalorienreichen Mittagessen. Am nächsten Tag erzählte ihr der Arzt, bei dem sie arbeitete, dass die Waage falsch eingestellt war – sie zeigte etwa 4 kg zu wenig an. Geneens Freundin hatte also nicht nur nicht zwei Kilo abgenommen, nein, sie hatte sogar zwei Kilo zugenommen. Auf einmal fand sie ihre Kleider zu eng und spürte eine Spreckrolle um die Taille. Obendrein wollte sie unbedingt eine Diät machen. Die schlanke Frau, die eben noch mit ihrer Figur zufrieden war…

Verwende die Waage als deinen Unterstützer, nicht als Feind
Du brauchst deine Waage weder zukleben noch wegwerfen oder verschenken (das empfehlen manche: „Verschenke deine Waage – am besten an jemanden, den du nicht besonders magst”). Die Waage kann dich auch unterstützen, wenn du sie richtig benutzt. Dazu ein kleines Experiment…

Schau dich gleich mal um und zähle, wie viele grüne Gegenstände, Objekte, Pflanzen,… du gerade siehst.

Und wie viele blaue Dinge hast du wahrgenommen? Wahrscheinlich kein einziges, weil dein Fokus auf Grün gelegen hat. Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, tritt automatisch in den Vordergrund. Dabei übersehen wir oft, dass es auch andere Dinge sind, die es zu beachten gilt (und die vielleicht viel interessanter wären).

Besitzt du also eine Körperanalysewaage, kannst du deinen Fokus weg von der kg-Anzeige und hin zu deiner Körperzusammensetzung lenken. Diese sagt dir auch viel mehr über Gewicht und Gewichtsverlauf als das reine Körpergewicht. Am besten suchst du dir einen positiven Parameter, auf den du dich konzentrierst und den du verfolgst. Dafür eignet sich am besten die Muskelmasse. Denn je mehr Muskelmasse wir haben, desto mehr Kalorien verbrennen wir auch im Büro, beim Schlafen oder sogar beim Fernsehen.

Muskeln wiegen jedoch schwerer als Fett, was bedeutet, dass ein Bodybuilder laut BMI zum Beispiel als übergewichtig eingestuft werden würde – obwohl er kaum Fett am Körper hat. Das ist auch der Grund, warum viele die Waage verteufeln, vor allem, wenn sie mit Sport beginnen. Durch die regelmäßige Bewegung wächst der Muskel und man wiegt anfangs mehr statt weniger. Klingt frustrierend, wenn man sich auf das Gewicht konzentriert. Ist erfreulich, wenn du dir die Veränderung der Muskelmasse ansiehst. Verfolge auch die Fettmasse, denn diese kann trotz steigendem Gewicht (wenn es sich dabei um Muskeln handelt) konstant sinken.

Behalte also deine Waage (sofern sie auch die Körperzusammensetzung misst). Achte darauf, wie sich deine Fettmasse und Muskelmasse verändert, und lenke dadurch deinen Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge. Wie mit einer Taschenlampe. Du leuchtest einfach nur darauf, was du wirklich sehen möchtest. Der Rest ist zwar da, soll dich jedoch nicht weiter beeinflussen.

Welche Erfahrungen hast du beim Abnehmen mit einer Körperanalysewaage gemacht? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar.

Bis bald,
Vera

***

BEWERTE DIESEN ARTIKEL

TAGS

Vera Schwaiger Vera studierte Diätologie und Psychotherapie. Sie lebt nach Einsteins Spruch: „Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Man muss in Bewegung bleiben, um die Balance zu halten.“ Alle Artikel von Vera Schwaiger anzeigen »

Schreibe einen Kommentar