Sonnenschutz beim Sport >> 4 Tipps zur Hautkrebsvorsorge

Sonnenschutz beim Sport

Längere Tage, stärkere Sonne – spätestens am Anfang des Sommers müssen wir unsere Trainingsroutine an die Hitze anpassen. Dann wird es Zeit nochmal verstärkt darauf zu achten, viel zu trinken und mit der richtigen Ausrüstung einen kühlen Kopf zu bewahren.

Viele von uns vergessen dabei auf den passenden Sonnenschutz. Bei Langstreckenläufen oder Radtouren bist du über längere Zeit schädlicher UV-Strahlung ausgesetzt, welche beim Sport genauso viel Schaden anrichten kann wie beim bewussten Bräunen.

Du befindest dich gerade im Marathontraining? Während du überlegst, welche Zielpace du hast und was du am besten vorm Rennen isst, denk auch daran, wie du deine Haut am besten schützen kannst. Achte dabei darauf, wie lange du der Sonne ausgesetzt sein wirst – dasselbe gilt für deine Trainingsläufe, Mountainbike-Touren und beim Trailrunning. In diesem Artikel bekommst du Tipps für die richtige Hautkrebsvorsorge beim Sport und wie du Hautkrebs erkennen kannst und erfährst, welche Irrglauben es rund ums Thema Sonnenschutz gibt.  

Arten von hautkrebs

Die drei häufigsten Arten von Hautkrebs sind Basalzellenkrebs (weißer Hautkrebs, Basaliom), Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom, Spinaliom) und malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs). Basalzellenkrebs macht ungefähr 80 % der Hautkrebserkrankungen aus. Zu den Symptomen zählen wunde Hautstellen, die nicht verheilen, eine glatte pinke Beule und weiße oder narbenähnliche Stellen. Die zweithäufigste Art ist Stachelzellenkrebs, der ebenso als nicht verheilende wunde Stelle auftreten kann sowie als rötliche, schuppige Hautstelle oder als einzelner farbiger Punkt. Die Hautstellen können wehtun oder auch jucken. Melanome treten weniger häufig auf, wachsen aber schneller und befallen mit der Zeit andere Körperteile und Organe. Sie tauchen nicht nur auf der Haut, sondern manchmal auch in den Augen auf. Die Anzeichen können neue oder sich verändernde Muttermale sein. Wie auch bei weißem Hautkrebs und Stachelzellkrebs kann es zu Blutungen, Wunden und Juckreiz kommen.(1)

Sport in der Abendsonne

Sport in der Sonne? 4 Tipps zur Hautkrebsvorsorge

1. Sport-Sonnencreme großzügig auftragen
Und wiederholen. Versuch dir anzugewöhnen, jeden Morgen Sonnencreme aufzutragen, bevor du das Haus verlässt. Lies auf dem Etikett nach, vor welcher Art von UV-Strahlung die Creme schützt und welchen Schutzfaktor sie hat. UVA-Schutz verlangsamt die Hautalterung und senkt höchstwahrscheinlich auch das Hautkrebsrisiko. UVB-Strahlung ist der Hauptgrund für die Entstehung von Sonnenbränden und wird ebenso mit schwarzem und weißen Hautkrebs in Verbindung gebracht. Du solltest mindestens Schutzfaktor 30 verwenden, um dich vor der gefährlichen UVB-Strahlung zu schützen, und auf umweltfreundlichere, Zink basierte Sonnencreme setzen.(2)

2. Monatliche Selbstchecks und jährlicher ärztlicher Check-up
Sieh dir deine Muttermale genau an. Stell dich am besten einmal im Monat nackt vor einen großen Spiegel und check deine Haut. Für weniger zugängliche Stellen kannst du eine Vertrauensperson um Hilfe fragen oder auf einen Handspiegel zurückgreifen. Vergiss nicht auf deinen jährlichen Besuch bei deine*r Dermatolog*in, um neue Muttermale ansehen zu lassen oder sonstige Auffälligkeiten abzuklären.

3. Bedecke ungeschützte Hautstellen
Setz dir eine Kappe oder einen Hut auf und trage atmungsaktive, langärmelige T-Shirts oder Jacken (wenn es die Temperatur erlaubt). Am besten wäre spezielle UV-Schutzkleidung, welche die UV-Strahlen beim Sport absorbiert.

4. Check den UV-Index
Der UV-Index gibt die Stärke der UV-Strahlung für eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort an. Die Skala geht von 0 (niedrig) bis 11+, was ein hohes Sonnenbrandrisiko bedeutet. Sieh dir deinen regionalen UV-Index an und plane lange Läufe und Radtouren zu einer Zeit, an der du einer geringen UV-Strahlung ausgesetzt bist.(3,4)

Sonnenschutz ist auch bei dunkler Hautfarbe wichtig

5 Mythen über Sonnenschutz

Geht es um Sonnenschutz, Bräunen und Hautkrebsrisiko so machen viele Falschinformationen die Runde. Du musst zum Beispiel nicht erst stundenlang in der Sonne liegen, um ein erhöhtes Hautkrebsrisiko zu haben.

Wir habe die fünf weitverbreitesten Mythen für dich herausgesucht, damit du alle Infos hast und dich gut genug schützen kannst:

1. Du wirst nicht braun, wenn du Sonnencreme aufträgst.
FALSCH: Sonnencreme verlangsamt nur den Prozess und sorgt dafür, dass du länger in der Sonne sein kannst, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Sonnenbräune ist allerdings auch schon ein Zeichen von Hautschädigung durch UV-Strahlung und vergiss nicht: Die Haut merkt sich jeden Sonnenbrand.

2. Einmaliges Auftragen von Sonnenschutz am Tag reicht aus.
FALSCH: Der Sonnenschutz lässt mit der Zeit nach. Vor allem bei Bewegung und Sport solltest du Sonnencreme wiederholt auftragen, da die Creme so abgerieben oder durch den Schweiß abgewaschen werden kann. Vor allem auf unbedeckte Stellen wie Stirn, Ohren, Nase, Lippen und Nacken. Athlet*innen setzen oft auf Sonnengels und Sprays, weil sie schweißresistenter sind und schneller in die Haut einziehen. Du solltest beim Sport alle 2-3 Stunden Sonnenschutz auftragen und ungeschützte Stellen am besten einfach bedecken.

3. Im Schatten kannst du keinen Sonnenbrand bekommen.
FALSCH: Ein Schirm lässt 50 % der UV-Strahlung durch, während bei leichter Bewölkung sogar 90 % auf die Erde treffen. Im Wasser, Schnee und auf größeren Höhen solltest du besonders vorsichtig sein, da hier das Sonnenlicht stärker reflektiert wird und auf hohen Bergen durch die dünne Luft weniger Schutz geboten ist.

4. Menschen mit dunkler Hautfarbe oder einem dunklen Hautton brauchen keinen Sonnenschutz.
FALSCH: Hautkrebs kennt keine Diskriminierung. Obwohl Hautkrebs bei Menschen mit dunkler Hautfarbe weniger weit verbreitet ist, wird er oft zu spät diagnostiziert und daher gefährlicher für die Betroffenen. Die 5-Jahres-Überlebensrate bei Menschen mit dunkler Hautfarbe liegt bei 70 %, wesentlich geringer als bei Menschen mit heller Hautfarbe, wo sie bei 92 % liegt.(5) Jeder Mensch sollte also Sonnenschutz mit einem Schutzfaktor von mindestens 30 tragen, um die Haut vor Alterungserscheinungen und Hautkrebs zu schützen.

5. Jede Art von Sonnencreme ist schlecht für die Umwelt.
FALSCH: Es gibt Sonnencremen, die für marine Lebensformen schädliche Chemikalien enthalten. Wenn du schwimmen gehst oder dich duschst/badest, wird die Sonnencreme abgewaschen und weggespült. Schädliche Chemikalien sind unter anderen Oxybenzon, Benzophenon-1, Benzophenon-8, OD-PABA, Enzacamen, Nano-Titanium Dioxid, Nano-Zinkoxyd, Octinoxat, Octocrilen.(6) Tu der Umwelt etwas Gutes und wähle eine auf Zink basierte Sonnencreme ohne Chemikalien aus. Bestenfalls weichst du der Sonne aus, wenn sie am stärksten ist und bedeckst ungeschützte Hautstellen.

Sonnenschutz beim Laufen

Fazit 

Unterschätz nicht den Schaden, den Sonneneinstrahlung deiner Haut zufügen kann. Verhindere frühe Anzeichen der Hautalterung und – am wichtigsten – die Entstehung von Hautkrebs, indem du die oben genannten Tipps befolgst. Klär am besten auch andere über die Thematik auf, egal welche Hautfarbe sie haben. Und vergiss nicht: Verwende beim Sport einen Sport-Sonnenschutz mit einem Sonnenschutzfaktor von mindestens 30, trage Sonnenschutzkleidung und einen Hut und plane deine langen Läufe lieber morgens oder abends ein.

Über Spot the Dot:
Spot the Dot ist eine kleine NGO, die mit Künstler*innen und Athlet*innen von der ganzen Welt daran arbeitet, Bewusstsein für Hautkrebs zu schaffen. Spot the Dot wurde von Marije Kruis, einer niederländischen Hautkrebspatientin, die in Österreich wohnt, gegründet. Folge Spot the Dot auf Instagram.

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Emily Lemon Als Übersetzerin und Literaturwissenschafterin liegt Emily eine kulturübergreifende Kommunikation am Herzen – eine Leidenschaft, die sie als US-Amerikanerin in Österreich jeden Tag lebt. Alle Artikel von Emily Lemon anzeigen »