Laufen & Fitness • 14.07.2017

Laufexperte Sascha: So beugst du Blasen an den Füßen vor

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Der größte Feind eines jeden Läufers: Blasen an den Füßen. Sie zählen zu den häufigsten Beschwerden, die beim Laufen auftreten können. Sobald sich am Fuß eine Blase gebildet hat, kann sie einem den Spaß am Training so richtig nehmen. Ein jeder Schritt wird dann zur Qual…

Ein Mann dehnt sich nach dem Laufen

Wie entstehen Blasen?

Blasen an den Füßen entstehen durch Reibung zwischen der Socke, dem Laufschuh und der Haut des Fußes. Auslöser hierfür sind meist scharfkantige Nähte des Schuhs, faltige Socken, schlecht sitzende Schuheinlagen oder die falsch gewählte Größe des Laufschuhs. Wird das Gewebe der Haut unter starker Belastung über einen längeren Zeitraum gereizt, entsteht eine Blase, in der sich Gewebsflüssigkeit ansammelt. Bei starken Gewebsverletzungen der Haut kommt es sogar zur Bildung von Blutblasen. Meist sind diese Scheuerstellen je nach Größe und Intensität so schmerzhaft, dass ein normales Laufen fast unmöglich wird.

Erste Hilfe bei Blasen

Solltest du schon während des Laufens bemerken, dass sich eine Blase an deinem Fuß bildet, ist es ratsam, das Training abzubrechen. Nur so vermeidest du eine Verschlimmerung oder gar Entzündung der Scheuerstelle. Zusätzlich beeinflusst der Druckschmerz am Fuß deinen Laufstil – eine Schonhaltung setzt sich in deiner Laufmotorik fest. Eine schmerzhafte Fehlbelastung kann folgen.

Sollten Blasen während eines Wettkampfes oder während einer Laufveranstaltung auftreten, hilft nur das Eine: Zähne zusammenbeißen und durch! Lass die betroffene Stelle, wenn möglich, von Sanitätern abtapen, um die Reibung zu reduzieren.

Nach Beendigung deines Laufes solltest du vorerst einmal pausieren und deinem Fuß die nötige Ruhe geben. So kann die gereizte Hautstelle verheilen und bildet keine intensivere Wunde.

Tipp von Laufexperte Sascha:

„Kleinere Blessuren kannst du mit speziellen Gelpflastern abpolstern. Diese beschleunigen die Wundheilung und reduzieren den Druck des Schuhs auf die schmerzhafte Stelle. Ist das Ausmaß der Blasenbildung so groß, dass ein Aufstechen erforderlich wird, achte unbedingt darauf, dass du sauber und steril vorgehst. Ansonsten entsteht die Gefahr einer Entzündung oder Blutvergiftung.”

Startklar für einen schmerzfreien Lauf

Natürlich ist es am besten, dass du dem Bilden von Blasen an den Füßen schon vor dem Laufen entgegenwirkst. Präpariere und pfleg deine „Laufwerkzeuge“ – schon Kleinigkeiten können Beschwerden verhindern. Beachte die folgenden drei Tipps und mach deine Schuhe, Socken und Füße startklar für ein schmerzfreies Laufvergnügen.

1. Deine Laufschuhe

  • Das Wichtigste ist, dass deine Laufschuhe gut sitzen, jedoch auch nicht zu klein sind. Um ein Scheuern der Zehen zu vermeiden, sollte dein Schuh circa einen daumenbreit Platz zwischen der großen Zehe und der Vorderkante des Schuhs bieten. So erhält der Fuß genug Raum für seine Arbeit während Bergabpassagen. Bei längeren Läufen schwillt der Fuß oft an. Auch hierfür benötigt der Fuß genug Freiraum, um seitlich nicht anzustoßen oder zu scheuern.
  • Lauf deinen neuen Schuh gut ein und trag ihn vor der ersten Trainingsrunde einige Male in deiner Freizeit. So kann sich der Fuß vorab an die Eigenschaften des neuen Trainingsgeräts gewöhnen. Ca. 20 bis 30 km solltest du in deinem Laufschuh absolviert haben (Stichwort Schuhtracking!), bevor du ihn in einem Wettkampf oder Laufevent trägst.
  • Wechsle deine Laufschuhe regelmäßig. Starke Druckstellen sind oft von der Beschaffenheit des Schuhs abhängig. Durch ein ständiges Wechseln der Laufschuhe können sich die heiklen Stellen schneller erholen.
  • Sollte eine schlecht verarbeitete Stelle im Inneren deines Schuhs schuld am Scheuern sein, ist es oft hilfreich, die Bereiche mit Tape abzukleben oder mit Vaseline bzw. Babypuder geschmeidig zu machen. Wenn dies jedoch keine Abhilfe schafft, solltest du die Schuhe zum Fachgeschäft zurückbringen oder einen Schuhmacher zurate ziehen.
  • Auch die Einlegesohlen eines neuen Laufschuhs können die Ursache für die Bildung von Blasen sein. Ersetz diese einfach gegen die schon getragenen Einlagen aus deinem alten Schuhmodell. Oft ist das schon völlig ausreichend. Sollten deine individuellen, orthopädischen Einlagen jedoch nicht richtig passen, lass die störenden Bereiche vom Fachmann nachfeilen und zurechtschneiden.

2. Deine Socken

  • Deine Socke fungiert als Bindeglied zwischen Fuß und Laufschuh. Gerade hier solltest du Reibung vermeiden und auf eine gleichmäßige Druckverteilung achten. Deine Socke sollte genau passen und nicht zu dick sein: Dann bilden sich keine Falten, die zu Reibung führen.
  • Auch die Socken solltest du im Training schon einmal getragen haben: Absolviere dein Laufevent nie in neuen oder frisch gewaschen Socken. Das Material ist dann meist zu hart und muss sich erst an die Form deines Fußes anpassen.
  • Halte deine Füße wenn möglich trocken. Socken aus einer funktionellen Faser befördern die Feuchtigkeit von der Haut des Fußes weg. Das Ergebnis: Dein Fuß bleibt trocken und eine Blasenbildung ist nicht so leicht möglich.
  • Möchtest du gern barfuß in den Schuhen laufen, nutz spezielle Triathlonschuhe. Diese sind für das Laufen ohne Socken konzipiert und komfortabler gepolstert.

3. Deine Füße

  • Deine Füße müssen beim Laufen viel leisten. Aus diesem Grund solltest du ihnen auch die nötige Pflege zukommen lassen. Ein regelmäßiger Besuch bei der Fußpflege oder Pediküre hält die Haut geschmeidig und beugt der Bildung von Druckstellen vor.
  • Bei regelmäßigen Beschwerden ist es sinnvoll, die betroffenen Stellen mit speziellen Gelpflastern oder Tapes vorbeugend abzudecken. Achte auch hierbei unbedingt auf ein faltenfreies Anbringen. Zusätzlich kannst du deine Füße vor und nach dem Training mit einer Fuß-Repaircreme oder mit Hirschtalg eincremen. Das kühlt die beanspruchte Haut, erhält sie flexibel und verhindert ein Wundscheuern.
  • Ebenfalls ist die Wirkung von Barfußtraining zum Abhärten der Fußhaut nicht zu unterschätzen. Zusätzlich schont sie die natürliche Bewegungsmotorik und kräftigt deine Fußmuskulatur.

 

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Sascha Wingenfeld

Der Gesundheitspädagoge und aktive Triathlet aus Fulda widmet sich seit mehreren Jahren mit seiner Firma proVita Coaching der ganzheitlichen Betreuung im Bereich Gesundheitsförderung und Sportprävention. Zudem betreut er seit über 10 Jahren als Trainer und Coach Läufer aus verschiedenen Leistungsklassen. „Ich brenne für meinen Job und ich liebe das Laufen. Ich freue mich, meine Sportler dabei zu unterstützen, durch ein gut getimtes Training, die höchst mögliche Leistung ihrem Körper abzuverlangen.”
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  • Runtastic Team

    Lieber Wolfram, bitte geh immer sicher, dass deine Schuhe auch gut sitzen. Eine regelmäßige Pediküre kann auch helfen!