Sport und Thrombose: Symptome erkennen und vorbeugen

Läuferin dehnt Beine gegen Thrombose

Kann Laufen die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) begünstigen? Du hast wahrscheinlich schon öfter von Athlet*innen gehört, die plötzlich an einem Herzinfarkt oder einer Lungenembolie verstorben sind. Aber was steckt dahinter und kann Ausdauersport das Thromboserisiko erhöhen?

Ein Teil des Problems ist, dass viele Menschen denken, dass Thrombosen – also Blutgerinnsel – nur ältere, übergewichtige und/oder rauchende Menschen betreffen. Tatsächlich ist es aber so, dass auch Ausdauersportler*innen jeden Alters sowie Athlet*innen, die Kontaktsport betreiben, zur Risikogruppe gehören.

Das sollte dich aber nicht davon abhalten, Ausdauersport zu betreiben. Sich über Thrombose zu informieren ist der erste Schritt, um Blutgerinnsel vorzubeugen. Finde heraus, wie hoch dein Thromboserisiko (Beinvenenthrombose) ist, wie du Blutgerinnseln vorbeugst und erste Thrombose-Symptome erkennst und behandelst.

Frau läuft in der Stadt

Welche Arten von Thrombosen gibt es?

Blutgerinnung ist grundsätzlich etwas Gutes: Sie sorgt dafür, dass dein Blut stockt, wenn du dich verletzt, und du nicht zu viel Blut verlierst. Problematisch wird es, wenn sich ein Blutgerinnsel aus anderen Gründen bildet und die Blutzufuhr stört. Das kann nach langem Sitzen (z.Bsp. nach einem langen Flug) oder ebenfalls durch eine Verletzung passieren. Hierbei unterscheidet man zwischen arteriellen und venösen Thrombosen.

Arterielle Thrombose

Unter einer arteriellen Thrombose versteht man ein Blutgerinnsel in einer Arterie. Diese Blutgefäße sind für den Bluttransport vom Herzen zu den Organen zuständig. Kommt es zu einer Störung der Blutzufuhr durch ein Gerinnsel, kann ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall die Folge sein.

Venöse Thrombose

Venöse Thrombosen oder Venenthrombosen sind die häufigste Art von Thrombosen und bilden sich – wie der Name schon sagt – in den Venen. Besonders häufig sind tiefe Venenthrombosen (TVT) in den Beinen (Beinvenenthrombose). Verursacht werden diese meist von Verletzungen, einer Infektion oder einer Verletzung der Vene durch eine Operation.

Beinvenenthrombosen können auch zu einer Lungenembolie (LE) führen. In dem Fall wird ein Gerinnsel aus einer Beinvene in ein Blutgefäß der Lunge geschwemmt, wo es dann für eine Verstopfung sorgt. Dadurch kann es zu einer Schädigung des Lungengewebes oder einer verringerten Sauerstoffzufuhr kommen, was wiederum andere Organe schädigen kann. Je größer das Gerinnsel oder je mehr Gerinnsel sich bilden, desto eher besteht Lebensgefahr.

Welche Faktoren erhöhen das Thromboserisiko?

Thrombosen können alle treffen, aber gewisse Umstände wie genetische Veranlagung und ein ungesunder Lebensstil begünstigen die Bildung von Blutgerinnseln. Laut der Deutschen Gesellschaft für Angiologie sterben in Deutschland an die 100.000 Menschen jährlich an den Folgen einer Lungenembolie.

Das Thromboserisiko steigt durch/mit: Alter, Übergewicht, Rauchen, Operationen, Schwangerschaft, Verletzungen, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung. Je mehr Risikofaktoren auf dich zutreffen, desto höher das Thromboserisiko.

Erhöht Laufen das Thromboserisiko?

Betreibst du dein Leben lang regelmäßig Sport, hat das enorme Vorteile für deine Gesundheit – keine Frage. Marathonläufer*innen zum Beispiel sind allerdings einer höheren Trainingsintensität ausgesetzt. Durch die erhöhte Anstrengung, steigt auch das Risiko einer Beinvenenthrombose.

Im Jahr 1884 bestimmte der deutsche Arzt und Pathologe Rudolf Virchow die drei Hauptfaktoren, die zur Entstehung einer Thrombose beitragen, heute bekannt als Virchow-Trias: Blutstromveränderung (Beispiel: Kreislaufstillstand), veränderte Blutzusammensetzung (Beispiel: erhöhte Gerinnungsneigung) und Gefäßwandschädigung.(1)

Virchow-Trias

Innerhalb dieser drei Kategorien gibt es spezielle Faktoren, die Langstreckenläufer*innen einem höheren Thromboserisiko aussetzen. Dazu gehören Dehydration, Entzündung und die Anwendung von Östrogenpräparaten bei Rennen oder im Training sowie langes Sitzen auf den Flügen und bei Autofahrten zu Wettkämpfen.

Welche Thrombose-Symptome gibt es?

Das häufigste Thrombose-Symptom eines Blutgerinnsels im Bein (oder auch im Arm) ist ein krampfartiger Schmerz. Zusätzlich dazu kann die betroffene Stelle warm oder geschwollen sein. Die Haut verändert möglicherweise ihre Farbe in Richtung rötlich oder bläulich.

Zu den Symptomen einer Lungenembolie gehören Kurzatmigkeit, ein plötzlicher, stechender Schmerz in der Brust und Schwindel. Ein niedriger Blutdruck, Husten oder Fieber können ebenso dazu zählen.

Sei dir dieser Symptome bewusst und ignorier sie nicht! Blutgerinnsel können sich zwar von selbst auflösen, du solltest dich aber immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt wegen möglicher Behandlungsmethoden (wie gerinnungshemmende Medikamente) absprechen.

Wie kann ich Thrombose behandeln?

Geh zu deiner Ärztin oder deinem Arzt. Eine Thrombose kann lebensgefährlich sein, deshalb ist es wichtig, so schnell wie möglich zu reagieren und das Blutgerinnsel zu behandeln. Zusätzlich kannst du Kompressionsstrümpfe tragen, den betroffenen Körperteil hochlagern und in Bewegung bleiben. Achte darauf, viel Wasser zu trinken – Dehydration sorgt für dickeres Blut und erhöht so das Thromboserisiko.

Athletin trinkt

Wie kann ich Thrombose vorbeugen?

Laufen selbst erhöht dein Thromboserisiko nicht, sondern höchstens die Umstände, unter denen – vor allem Langstreckenläufer*innen – zu Wettkämpfen anreisen.

So oder so gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst, um dein Thromboserisiko zu minimieren und der Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen.

5 Tipps gegen blutgerinnsel

  1. Sitzt du untertags lange, solltest du immer wieder aufstehen und dich bewegen – egal, ob in der Arbeit, im Flugzeug oder aufgrund einer Verletzung oder Operation. Kannst du nicht aufstehen und gehen, spann deine Unterschenkelmuskel an und beweg deine Füße alle 20 Minuten. Während der Arbeit könntest du versuchen, jede Stunde ein 5-Minuten-Workout einzubauen – das sorgt nicht nur für Bewegung, sondern verbessert auch deine mentale Gesundheit.
  2. Denk daran dich tagsüber immer wieder zu dehnen.
  3. Trink genug Wasser! Das ist immer wichtig, aber versuch gerade beim Trainieren, Reisen und nach dem Workout daran zu denken.
  4. Achte auf dein Gewicht.
  5. Hör mit dem Rauchen auf.

fazit

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Sei dir der Thrombose-Symptome bewusst, aber tu am besten alles, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Und keine Angst vor Ausdauersport – Laufen fördert die Bildung von Blutgerinnseln NICHT. Trainierst du aber für einen Marathon oder einen anderen Langstreckenlauf, achte auf erste Anzeichen, vor allem bei einer langen Anreise, und sei dir deiner genetischen Veranlagung bewusst. Thrombosen können jede*n treffen. Und vergiss nicht: Geh zu deiner Ärztin oder deinem Arzt, solltest du Symptome spüren.

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Emily Lemon Als Übersetzerin und Literaturwissenschafterin liegt Emily eine kulturübergreifende Kommunikation am Herzen – eine Leidenschaft, die sie als US-Amerikanerin in Österreich jeden Tag lebt. Alle Artikel von Emily Lemon anzeigen »