Tommy Franklin: „Lass die anderen ruhig reden“

Tommy Franklin with flowers in his beart.

Eine Runtastic Social-Media-Kampagne mit Tommy Franklin

Das Runtastic-Team hatte die Ehre, YouTube-Star Tommy Franklin – den Ambassador of Smiles – zu treffen und mit ihm über seine Leidenschaft fürs Tanzen zu sprechen. Außerdem hat er uns verraten, was ihn glücklich macht und warum wir Schweiß nicht zu ernst nehmen sollten! Aber zuerst stell dir selbst mal folgende Frage: Wann hast du zum letzten Mal so richtig drauflosgetanzt, als ob dir niemand dabei zusehen würde? Schon eine Weile her? Das haben wir uns gedacht. Tanzen ist integraler Bestandteil von Tommy Franklins Leben. Er denkt nicht darüber nach, er tut es einfach. Weil er Tanzen liebt.

© Kevin Rieseneder Photography & Film

Runtastic: Hallo Tommy, willkommen bei Runtastic und danke, dass du da bist! Du bist eine Internetsensation in Australien und warst Finalist bei „Australia’s Got Talent“. Für all jene, die noch nie etwas von dir gehört haben – wie würdest du Tommy Franklin beschreiben?
Tommy Franklin: Hallo Runtastic! Wer Tommy Franklin ist? Das ist eine interessante, komplexe, aber gleichzeitig ganz einfach zu beantwortende Frage. Ha! Irgendwie ist es aber schon komisch, so über sich selbst zu sprechen… Ich bin ein Mensch, der beim Gehen humpelt, aber beim Tanzen Flügel bekommt. Ein ganz normaler Typ, der extrem leidenschaftlich ist. Jemand, der Freude verbreiten und verspüren möchte. Ich könnte da jetzt ewig so weiterreden, aber ich werde euch das lieber ersparen… (Lacht)

Tommy Franklin with flowers in his beart.© „Flowers“ by Julia Rose

Runtastic: Du hast auch ziemlich düstere Zeiten in deinem Leben gehabt. Möchtest du uns ein bisschen darüber erzählen? Wie hast du es von dort hierher geschafft, wo du heute stehst?
Tommy Franklin: Als Teenager fühlte ich mich sehr einsam und war vom Leben überfordert. Ich hatte keine Träume oder einen Weg, den ich verfolgen wollte, und war eigentlich ziemlich wütend. Also habe ich in den Drogen meinen einzigen Ausweg aus dem Alltag gesehen. Ich war komplett auf Selbstzerstörung ausgerichtet, weil ich einfach nur die Angst unterdrücken wollte, die mir die Zukunft machte. Ich wollte die Schmerzen meiner Vergangenheit und meines täglichen Lebens vergessen. Manchmal hat mir das Rebellieren, das Böser-Junge-Dasein, Spaß gemacht. Aber es hat sich nicht immer richtig angefühlt und in Wirklichkeit wollte ich nur dazugehören. Erst nachdem mich ein Auto angefahren hatte, während ich mit dem Skateboard unterwegs war, und ich acht Monate lang nicht gehen konnte, habe ich mithilfe einer Jugendgruppe in der Nähe meines Heimatorts in New South Wales, Australien, ein neues Leben kennengelernt. Meine Mutter nahm sich für mehrere Monate frei, um ihren kleinen Möchtegerngangster zu waschen, füttern und anzuziehen. Sie fand meine Drogen und drohte mir, mich auf der Stelle rauszuschmeißen. Es war ihr echt ernst damit. Ich konnte nicht gehen und wollte nicht obdachlos werden, also habe ich seither nie wieder Drogen genommen. Ich war nicht einmal richtig betrunken in den letzten zwölf Jahren. Weil ich aber bin, wie ich bin, musste ich eine andere „Sucht“ finden. Wenn ich etwas mache, dann bin ich 100%ig dabei, und nie halbherzig. Um dorthin zu kommen, wo ich heute stehe, musste ich erst Vergeben lernen. Vergessen wirst du nie, aber vergeben kannst du immer. Ich musste mich entscheiden, ob ich in meinem selbsterrichteten Gefängnis bleiben oder mich befreien und Fliegen lernen wollte. Ich musste meinen Hass, meine Verbitterung loslassen. Ich musste verletzlich werden, andere an mich ranlassen. Anderen Menschen vertrauen. Und weinen. Über die vergangenen Jahre hatte sich viel Schmerz in mir aufgestaut und ich wollte mich nicht mehr selbst heilen – das hat sowieso nie funktioniert und alles nur noch schlimmer gemacht. Also beschloss ich, zu machen, was ich wollte und wann ich es wollte, solange ich damit weder mir selbst noch anderen weh tun würde. Die Menschen verurteilen einen sowieso, das war mir klar. Deshalb musste ich selbst meine Einstellung ändern: Was die anderen denken, ist mir egal. Der schönste Moment meines Lebens war, als ich mit meinen Eltern und meiner Schwester daheim tanzte. Damals war ich ungefähr zehn Jahre alt. Ich wusste, Tanzen macht mich glücklich. Und ich wollte einfach nur glücklich sein. Also habe ich begonnen, ständig zu tanzen.

Tommy Franklin posing for the camera.© Kevin Rieseneder Photography & Film

Runtastic: Dieser Skateboard-Unfall hat also dein Leben verändert? Hast du jetzt konkrete Ziele für deine Zukunft? Wenn ja, welche?
Tommy Franklin: Ich habe viele Träume und Ziele. Mehr als ich zählen kann. Niemand weiß, was morgen sein wird, aber um es kurz zu sagen: Ich möchte glücklich sein!

Runtastic: Du hast eine neue Bewegungsart erfunden: „Dalking“. Erzähl uns ein bisschen mehr darüber – was ist „Dalking“?
Tommy Franklin: Gute Frage! Dalking steht für „dance walking“ (also Tanzen und Gehen). Nehmt mir das nicht übel bei Runtastic, aber ich bin kein großer Fan vom Laufen. (Lacht) Mein Körper mag es einfach nicht. Viele Menschen lachen vielleicht über so eine Aussage, aber ich meine das ernst. Ich hatte mehrere OPs in meinem Leben, habe mir innerhalb von drei Jahren sieben Mal mein linkes Knie ausgerenkt. Durch meinen Skateboard-Unfall ist meine rechte Kniescheibe nur noch halb so groß wie die linke. Und voller Schrauben.
Da kommt Dalking ins Spiel… leg deine Lieblingsmusik auf und mach ein Ganzkörperworkout – beweg dich fließend mit der Musik und hab Spaß dabei! Ich kann nicht schnell oder mit voller Kraft laufen, aber ich kann schneller tanzen als die meisten. Und natürlich mit voller Kraft. Dalking ist das beste Workout, das gleichzeitig meine Gelenke schont. Für mich steht Dalking für Freude, Fitness und Freiheit.

Runtastic: Welche Bedeutung haben Fitness und Gesundheit für dich? Wie sehr sind diese Begriffe damit verbunden, was du tust?
Tommy Franklin: Ich habe mal etwas gesagt, dem alle Yogis und Fitnessfans zustimmen werden: The more you move, the better you feel. The more you sweat, the happier you are. (Je mehr du dich bewegst, umso besser fühlst du dich. Je mehr du schwitzt, umso glücklicher bist du.) Aus meiner Sicht sind Fitness und Gesundheit der Schlüssel zu einem glücklicheren Leben. Und für mich ist ein glücklicheres immer auch ein besseres Leben. Ich liebe es, mich gesund zu ernähren. Uns Menschen fällt es nicht immer leicht, das Richtige zu tun. Ich liebe es, fit und gesund zu sein! Das macht’s auch viel einfacher, stundenlang auf dem Dancefloor – also praktisch jedem Gehweg – zu schwitzen 🙂

Runtastic: Wir finden, du bist eine wirklich inspirierende Person. Wer oder was inspiriert DICH?
Tommy Franklin: Wir alle leisten einen Beitrag, von der Putzkraft bis zum CEO. Egal, ob dich die anderen für qualifiziert oder unqualifiziert halten – jeder kann etwas beitragen. In jedem steckt ein Talent. Früher war ich an einem Punkt, wo ich mein Leben einfach wegwerfen wollte. Es war mir egal, ob ich weiterleben würde. Und damals war ich kurz davor, dieses Leben zu beenden. Heute bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. Fremde Menschen haben mir Glück geschenkt, Menschen sind in mein Leben getreten und haben mir gezeigt, was Güte ist. Ich habe Liebe und Akzeptanz auch außerhalb meiner Familie kennengelernt, was mich mit Wärme erfüllt hat. Da hat sich das Leben gleich ganz anders angefühlt. Und das möchte ich weitergeben. Ich möchte anderen ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn du dich elend fühlst und dich plötzlich jemand zum Lächeln bringt. Mein neues Motto ist deshalb, die Welt mit Lächeln zu verändern. Ein Lächeln nach dem anderen. Zu wissen, dass ich den Tag einer anderen Person besser machen kann, ist ein super Gefühl. Außerdem könnte es mich morgen schon nicht mehr geben, also lebe ich jeden Tag, als wäre es mein letzter. Das ist meine Inspiration.

Tommy Franklin riding a carousel.© Kevin Rieseneder Photography & Film

Runtastic: Was würdest du Menschen raten, denen es schwer fällt, loszulassen oder einfach mitten auf der Straße zu tanzen zu beginnen?
Tommy Franklin: Diese Frage hat es in sich. Okay, erstens möchte ja gar nicht jeder tanzen und du kannst niemanden dazu zwingen. Zweitens denken viele, sie können nicht tanzen. Das stimmt aber nicht – wenn du kochen, putzen, autofahren oder Schuhe binden kannst, kannst du auch tanzen. Tanzen ist Bewegung. Es geht nicht nur um tolle Bewegungen, es geht einfach um Bewegung an sich. Und drittens gibt es Menschen, die nicht gerne beobachtet werden. Aber ehrlich – sobald du das Haus verlässt, wirst du beobachtet. Die anderen sehen und beobachten dich, bis du abends ins Bett steigst. So ist das nun mal. Die Angst vor den Gedanken der anderen machst du dir selbst. Wenn gewisse Leute meinen, sie müssten dieses oder jenes sagen, dann lass sie doch! Lovers will always love and haters will always hate – du kannst die Menschen nicht ändern. Aber es sind die negativen Menschen, die vorbeiziehen, und die positiven die, die bleiben. (Seufzt)

Runtastic: Wenn du einen Wunsch frei hättest…
Tommy Franklin: …würde ich mir wünschen, dass alle gemeinsam an einer besseren Welt arbeiten.

Runtastic: Möchtest du sonst noch etwas unbedingt loswerden?
Tommy Franklin: Finde deine Leidenschaft und mach sie zu einem (großen) Teil deines Lebens. Deine Handlungen sollten von deiner Passion angetrieben werden. Sei ehrlich zu dir selbst und zu den anderen, selbst wenn das bedeutet, dass dir mal eine Träne über die Wange läuft. Ich könnte noch viel mehr sagen, aber ich werde jetzt aufhören.
Vielen, vielen Dank, Runtastic. Ihr seid eine wirklich tolle Truppe. BIGGEST LOVE!

Wer: Tommy Franklin
Wo: Byron Bay, Australia
Was: Ambassador of Smiles, möchte die Welt lächelnd verändern
Website: www.facebook.com/tommyfranklinsmiles
Instagram: www.instagram.com/tommyfranklinsmiles
Motto:I want to change the world one smile at a time!

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