Wenn du ein Läufer bist….

Im Internet findet sich eine Fülle von Mantras, von „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ über „Augen zu und durch“ bis hin zu „Aufhören kannst du, wenn du stirbst“, die Sportler motivieren und antreiben sollen.

Ja, Profisport und Laufen führen zu Schmerzen, deren Intensität irgendwo zwischen leicht und stark liegen kann, und Dinge wie Entzündungen der Schienbeinhaut, Muskelkater und Krämpfe gehören nun mal dazu. Lernt man, die normalen, mit dem Laufen einhergehenden Schmerzen zu überstehen, trägt das tatsächlich dazu bei, seine Fähigkeiten und seine Kraft als Athlet zu stärken. Trotzdem müssen Läufer in der Lage sein, den Unterschied zwischen normalen Schmerzen und jenen, die möglicherweise das Aus für ihre Läuferkarriere bedeuten könnten, zu erkennen. Ein Beispiel dafür wären Schmerzen, die von Blutgerinnseln verursacht werden – einem Risiko, das Läufer nicht außer Acht lassen dürfen.

Sarah

Läufer bewegen sich auf des Messers Schneide was Thrombosen betrifft, und obwohl diese relativ selten auftreten, stellen sie doch eine versteckte Gefahr dar, deren sich Läufer bewusst sein müssen. Einerseits ist das Risiko für Blutgerinnsel reduziert, da sie ja alles richtig machen: Läufer sind normalerweise sehr aktiv, nicht übergewichtig, sie ernähren sich gesund, machen regelmäßig Sport, haben einen für ihr Alter außergewöhnlich niedrigen Ruhepuls und achten generell sehr auf sich. Andererseits, und gerade weil Läufer nicht dem Bild älterer, bewegungsfauler oder übergewichtiger Menschen entsprechen, werden Blutgerinnsel oft falsch oder gar nicht diagnostiziert – bis es dann zu spät ist.

Laut der American Public Health Association haben 74 % der US-Amerikaner noch nie von der tiefen Venenthrombose (TVT) – einem Blutgerinnsel, das sich tief in der Vene, typischerweise im Bein oder in der Lendengegend, bildet – gehört. Diese Art von Thrombosen kann schwerwiegende Folgen haben, da sie sich lösen und in die Lunge wandern können. Diese Entwicklung nennt sich Lungenembolie und kann zu starken Schmerzen, Atembeschwerden und sogar zum Tod führen. Losgelöste Blutgerinnsel können auch über die Blutbahn ins Herz oder ins Gehirn gelangen. Zur Erstbehandlung der Betroffenen zählt die sofortige Einlieferung ins Krankenhaus, die intravenöse Verabreichung von gerinnungshemmenden Medikamenten und, sofern die Lunge betroffen ist, auch künstliche Beatmung und monate- oder sogar jahrelange Nachbehandlungen.

Die Symptome einer TVT äußern sich durch, meist in einem Bein auftretende, Schwellungen, Schmerzen oder Empfindlichkeit im Bein, rötliche oder bläuliche Hautverfärbungen und ein Wärmegefühl in der betroffenen Extremität. Symptome einer Lungenembolie sind plötzlich auftretende Atemnot, stechende Brustschmerzen, die sich meist bei tiefen Atemzügen verstärken, Herzrasen, plötzliche Hustenanfälle (teils mit blutiger Schleimabsonderung) und Panikattacken. Wenn du das Gefühl hast, Symptome einer TVT bei dir entdeckt zu haben, ruf so schnell wie möglich einen Notarzt. Zögere nicht, auch wenn du dir nicht ganz sicher bist.

Die Anfälligkeit für TVT steigt bei Sportlern vor allem nach Langstreckenreisen im Flugzeug, Bus oder Auto (beispielsweise zu einem Event oder Lauf), in dehydriertem Zustand (während oder nach anstrengenden Sportveranstaltungen), bei oder nach schwerwiegenden Verletzungen oder Traumen, in oder nach Phasen der Ruhestellung (durch Schienen oder Gipsverbände), nach Knochenbrüchen oder größeren Operationen, während der Einnahme der Antibabypille oder von Hormonersatztherapiepräparaten und bei einer familiären Vorbelastung durch Fälle von tiefer Venenthrombose oder Lungenembolie.

Das Schlimmste, was wir tun können, ist davon auszugehen, dass wir als Läufer vor TVT gefeit sind. Hör stets auf deinen Körper und begib dich umgehend in medizinische Behandlung, falls du Anzeichen oder Symptome bemerkst oder für dich ungewöhnliche Schmerzen empfindest. Ob Läufer oder nicht, TVT kann zum Tod führen und wir müssen genau dieselben Vorsichtsmaßnahmen treffen, wie alle anderen, um sicherzustellen, dass wir weiterhin kräftig und vor allem sicher laufen können.

Sara Wyen ist ein durch den US-Amerikanischen Laufclub RRCA zertifizierter Lauf-Coach und Bloggerin. Seit dem Beginn ihrer Läuferinnenkarriere im Jahr 2009 hat sie zahlreiche Halbmarathons sowie einen Marathon beendet. Nachdem Sara 2012 eine Lungenembolie in ihrem linken Lungenflügel überlebt hat, ist sie derzeit auf dem Weg der Besserung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, andere über die Anzeichen, Symptome und Gefahren von Thrombosen aufzuklären.

Quelle: Horizon Vascular Specialists (http://www.horizonsurgicalgroup.com) – mit freundlicher Genehmigung der Organisation.

 

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