Schweiß und Sport: Wie entsteht Schweiß? Und ist mehr beim Training besser?

Die meisten Menschen wissen, dass sich unser Körper durch die Produktion von Schweiß selbst kühlt – ob das nun wegen eines anstrengenden Workouts oder einer extremen Stresssituation der Fall ist. Hast du aber gewusst, dass es zwei verschiedene Arten von Schweißdrüsen gibt? Zum Glück! Denn sonst müssten wir uns vielleicht am ganzen Körper mit Deodorant (ohne Aluminium!) einsprühen.

Was ist Schweiß?

Fangen wir mal mit den Grundlagen an. Was ist also Schweiß?

Schweiß…

…besteht hauptsächlich aus Wasser (H₂0) und Salz (Na+). Eine ausreichende Wasserversorgung ist wichtig, damit dein Körper überhaupt die Möglichkeit hat, sich abzukühlen.

Wenn du dein Training dehydriert – also ohne eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung – startest, kann dein Körper seine Klimaanlage nicht anwerfen und seine Kerntemperatur nicht richtig regulieren. Dasselbe gilt für das Auffüllen deiner Wasserspeicher nach einem intensiven Workout. Wenn du deinen Flüssigkeitsverlust nicht rasch ausgleichst – besonders, wenn du dich wirklich angestrengt hast – kann dein Körper dehydrieren und deine Körpertemperatur ansteigen.(1) Vergiss nicht, Schweiß ist Wasser und Salz: Also trink genug Wasser, aber auch selbstgemachte Elektrolytgetränke oder salze deine Mahlzeiten einfach ein bisschen.

Schwitzen im Sommer

Vielleicht hast du schon bemerkt, dass du im Sommer beim Sport etwas mehr und vor allem schneller schwitzt als sonst? Das ist völlig normal – dein Körper muss sich nämlich an die Hitze gewöhnen und somit mehr kühlen. Also ist in diesem Fall mehr Schweiß eine positive Reaktion deines Körpers.

Schweiß ist nicht gleich Schweiß

In unserem Körper gibt es ekkrine und apokrine Schweißdrüsen:

  • Die ekkrinen Drüsen sind für die Kühlung unseres Körpers zuständig, wenn seine Temperatur ansteigt. Sie befinden sich überall auf unserem Körper und liegen an der Hautoberfläche. Dort schütten sie dann den Schweiß aus, der eine kühlende Wirkung hat.
  • Apokrine Schweißdrüsen auf der anderen Seite befinden sich in deinen Achselhöhlen und in der
    Leistengegend – an Stellen also, die stärker behaart sind, als der Rest deines Körpers. Diese Schweißdrüsen werden auch durch eine erhöhte Körpertemperatur angeregt, hauptsächlich aber durch Stress, Angst oder Hormonschwankungen. Dieser Schweiß ist etwas trüber und vermischt sich mit den
    Bakterien auf der Haut. Die Folge davon: unangenehmer Körpergeruch.

Sport: Stimmt es, dass man mehr schwitzt, wenn man sich mehr anstrengt?

Die Antwort ist jein. Denn wie viel du schwitzt, hängt unter anderem von deinem Gewicht, Geschlecht, Fitnessniveau und Alter ab, aber auch vom örtlichen Klima und sogar von deinen Genen.

  • Eine übergewichtige Person schwitzt leichter, weil sie mehr Energie braucht, um eine bestimmte Aktivität auszuführen.
  • Eine besonders fitte Person hingegen wird auch schneller zu schwitzen beginnen, als eine nicht ganz so fitte, weil der Körper schlau und schon darauf vorbereitet ist, dass er sich während des Trainings kühlen muss.

So schwitzt du richtig:

1. Trink genug

Die meisten Menschen sind chronisch dehydriert! Stell sicher, dass du jeden Tag ausreichend Wasser zu dir nimmst. Mit diesem Rechner kannst du deinen Flüssigkeitsbedarf berechnen:

Übrigens solltest du auch genug Wasser trinken, wenn du nicht durstig bist! Dein Durstgefühl ist schon ein Hilfeschrei deines Körpers, keine erste Erinnerung. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du genug trinkst, dann lies nach und überleg, ob eines dieser neun Anzeichen für Dehydrierung nicht auch auf dich zutrifft.

2. Schmink dich vor dem Workout ab

Willst du „richtig schwitzen”, dann entferne wenn möglich vor dem Sport dein Make-up oder Cremen, die du während des Tages trägst. Warum? Weil diese deine Poren verstopfen können und so verhindern, dass sich dein Körper abkühlen kann.

Verstopfte Poren (besonders im Gesicht) während deines Trainings können auch Unreinheiten verstärken. Wenn du vor deinem Workout kurz Zeit dafür hast, runter damit!

3. Trag geeignete Sportkleidung

Deine Trainingsklamotten sollten vor allem eines sein – atmungsaktiv. Dein Workout wird viel mehr Spaß machen, wenn du Kleidung aus feuchtigkeitsableitenden und luftdurchlässigen Materialien trägst.

Die Frage aller Fragen: „Schwitze ich zu viel?”

Wenn du das Gefühl hast, auch außerhalb deiner Workouts und in Stresssituationen extrem stark zu schwitzen, dann geh zum Arzt. Er wird mit dir vielleicht über Hyperhidrose sprechen. Menschen mit diesem Leiden erleben ihren Schweiß im Alltag als etwas Störendes: Verschwitzte Handflächen etwa machen es fast unmöglich, einen Türknauf zu bedienen; Schweißflecken zeichnen sich auf den Klamotten ab, auch ohne sich körperlich angestrengt zu haben.(2) Dafür brauchst du dich nicht zu schämen! Du bist damit wahrlich nicht allein: Fast 5 % der Weltbevölkerung leiden darunter.(3)

Du siehst also: Wie viel du schwitzt, hängt nicht nur von der Intensität deines Workouts sondern auch von einigen anderen Faktoren ab. Wenn du deinen Körper richtig beim Schwitzen unterstützt, kann er sich effizient kühlen und deinem sommerlichen Workout steht nichts mehr im Wege.

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Lunden Souza Lunden arbeitet als Personal Trainerin und Fitness Coach. Mit ihren Tipps und Workouts über Fitness und Ernährung inspiriert sie Runtastics auf der ganzen Welt. Alle Artikel von Lunden Souza anzeigen »

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